Viral

Trump-Rede zur Lage der Nation: Diese Bilder feiert das Netz

Donald Trump - Vom aufmüpfigen Jungen zum US-Präsidenten

Panorama Video

Donald Trump - Vom aufmüpfigen Jungen zum US-Präsidenten

Beschreibung anzeigen

82 Minuten sprach US-Präsident Trump zur Lage der Nation. Bei vielen blieb allerdings anderes hängen: Diese drei Bilder gingen viral.

Berlin/Washington.  Eine Frau, die dem Präsidenten ihre Macht ins Gesicht klatscht. Ein junger Trump, der während der Rede zur Lage der Nation einschläft. Und ein Meer von Frauen, das in blendendem Weiß Wellen macht: Dass in Donald Trumps politischer Welt ältere Männer den Ton angeben, spiegelt sich in den Netz-Phänomenen, die nach der „State Of The Union“-Ansprache bleiben, so überhaupt nicht wider.

1. Nancy Pelosis abfälliger Applaus für Donald Trump

Seit Jahresbeginn steht Nancy Pelosi an dritter Stelle im Machtgefüge der US-Politik. Das lässt die 78-Jährige US-Präsident Trump deutlich spüren. Als Sprecherin im Repräsentantenhaus, in dem jetzt die Demokraten die Mehrheit haben, verweigert sie dem Republikaner die Finanzierung seines Wahlkampfversprechens einer Grenzmauer – und zwang den Präsidenten sogar, seine Rede zur Lage der Nation zu verschieben.

Dass Pelosi erstens eine sehr erfahrene und zweitens eine höchst geschickte Politikerin ist, löst nicht nur in Washington so viel Hass wie Bewunderung aus. Eine Geste, die aufgeladener nicht sein könnte, wird seit Trumps Rede Dienstagnacht im Netz gefeiert: Die Kalifornierin klatscht dem Präsidenten Beifall, so abfällig, dass es für Trump-Gegner eine Freude ist.

Gekleidet in Suffragetten-Weiß (dazu später mehr), mit scheinbar spöttisch geneigtem Kopf und gekräuselten Lippen, klatschte Pelosi mit ausgestreckten Armen vom höchsten Platz auf dem Podium zu Trump hinunter.

US-Komiker und Schauspieler Patton Oswalt gratulierte Pelosi dazu, quasi analog zum Stinkefinger „Stinkeklatschen“ erfunden zu haben.

Wie er Pelosis Klatschen interpretiert, zeigt Twitter-Nutzer @PaulLeeTicks mit dieser kruden Fotomontage:

Christine Pelosi, Tochter der Top-Demokratin, kennt diesen Blick nur zu gut: „Oh ja, dieses Klatschen hat mich in meine Teenie-Jahre zurückversetzt. Sie weiß Bescheid. Und sie weiß, dass du weißt, dass sie Bescheid weiß. Und sie ist ziemlich enttäuscht, dass du dachtest, dass du damit durchkommen würdest. Aber hier ist dein Applaus“, beschreibt die jüngere Pelosi ihre Interpretation der Geste.

Pelosi selbst widersprach all diesen Interpretationen. Tatsächlich sei die Geste nicht sarkastisch gemeint gewesen sei. „Seht euch an, bei was ich geklatscht habe“, sagte die 78-Jährige einem Bericht von „USA Today“ zufolge vor Reportern. Trump habe an dem Punkt gemahnt, einer Politik der Rache und des Widerstands abzuschwören und das Potenzial von Kooperation und Kompromiss auszuschöpfen: „Ich wollte ihn wissen lassen, dass das eine wilkommene Botschaft ist.“

2. Donald Trump spricht, Joshua Trump schläft

Mit 82 Minuten war diese „State Of The Union“-Ansprache eine der längsten in der US-Geschichte. Ermüdend fanden sie nicht nur Trump-Gegner. Ob Joshua Trump eine Meinung zu seinem prominenten Namensvetter hat, ist nicht überlierfert. Dass der Elfährige während der Trump-Rede einschlief, ist allerdings für alle Ewigkeit festgehalten.

Verwandt sind Joshua und Donald nicht. Umso schlimmer, dass der Sechstklässler wegen seines Nachnamens von Mitschülern gemobbt wird. Im Rahmen ihrer Initiative gegen Mobbing im Netz – von Kritikern wegen Trumps aggressiver Twitterei immer wieder als besonders deplatziert eingestuft – hatte First Lady Melania Trump den Jungen zum wichtigen Termin in Washington eingeladen.

So saß Joshua auf der Tribüne im Parlament, es wurde 21 Uhr, es wurde 22 Uhr – und irgendwann konnte der Elfährige die Augen nicht mehr offen halten. Dafür wurde er tatsächlich von vielen im Netz gefeiert, die die Erschöpfung hervorragend nachvollziehen konnten.

Allerdings mahnten viele Eltern und Lehrer auch, dass das Verbreiten des Bildes des Kindes wieder Internet-Mobbing sei.

Der Hinweis ist natürlich gut gemeint, aber in der Umsetzung utopisch, wenn das Kind von seinen Eltern und der First Lady der Vereinigten Staaten den Kameras ausgesetzt wird, die die Veranstaltung in viele Millionen Haushalte übertragen wird.

3. Demokratinnen feiern 100 Jahre Frauenwahlrecht in Weiß

Parlamente sind ja oft ein Haufen von vielen Männern und einigen Frauen in meist gedeckten Farben. Das war bei Trumps Rede Dienstagnacht zumindest stellenweise anders: Zwischen dem üblichen Schwarz, Grau und Blau hatte sich eine strahlend weiße Frauen-Insel gebildet.

Das Bild bewegte weltweit: Die Demokratinnen im Repräsentantenhaus, viele von ihnen im November frisch gewählt, trugen als Erinnerung an die Suffragetten Weiß.

Die Aktivistinnen hatten das Frauenwahlrecht erstritten, nicht nur in Deutschland, auch in den USA durften Frauen vor 100 Jahren zum ersten Mal wählen.

Als der US-Präsident in seiner Rede erklärte, dass die Beschäftigungsquote von Frauen auf einem historischen Höchststand sei, sprangen die Frauen, die nun im Repräsentantenhaus beschäftigt sind, jubelnd von ihren Sitzen auf. Noch nie waren so viele Frauen im US-Kongress vertreten wie seit der Wahl im November 2018.