Rekrutierung

Bundeswehr: Öffnung für EU-Ausländer stößt auf Widerstand

Lieferprobleme, Ersatzteilmangel, Defekte – Immer wieder macht die Bundeswehr durch Mängel und Pannen von sich reden. Ein Überblick.

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Die Bundeswehr plant, EU-Bürger zu rekrutieren. Doch es gibt Zweifel. CDU-Politiker Otte: „Soldat ist kein Beruf wie jeder andere“.

Berlin.  In der Union gibt es Vorbehalte gegen eine Öffnung der Bundeswehr für EU-Ausländer. In erster Linie würden deutsche Staatsbürger für die Bundeswehr benötigt, sagte der CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte unserer Redaktion. „Soldat ist kein Beruf wie jeder andere.“

Otte mahnte, „wenn wir Schwierigkeiten haben, Deutsche für den Dienst in der eigenen Truppe zu gewinnen, muss die Attraktivität der Bundeswehr weiter erhöht werden“. Das bedeute bessere Ausrüstung, mehr Geld und Anerkennung.

„Es mag Einzelfälle geben, in denen ein EU-Ausländer eine dringend benötigte Spezialfähigkeit sinnvoll in die Truppe einbringen kann. Aber das ist keine Lösung für unser Personalproblem“, sagte Otte.

Generalinspekteur: Ausländer-Rekrutierung ist eine „Option“

Zuvor hatte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, mitgeteilt, dass die Re­krutierung von EU-Ausländern geprüft werde. Sie sei eine „Option“, aber nur für spezielle Tätigkeiten.

Der polnische Außenminister Jacek Czaputowicz gab gegenüber dem „Spiegel“ zu bedenken, der Armee-Dienst sei seiner Auffassung nach „eng verbunden mit der Nationalität“.

Von der Leyen: Zahl der Soldaten ist gestiegen

Der AfD-Wehrexperte Rüdiger Lucassen sagte unserer Redaktion: „Der Dienst in der Bundeswehr, als Soldat oder ziviler Mitarbeiter, ist ein Einsatz für das Vaterland, eine hoheitliche Aufgabe und befähigt die Bundesrepublik neben anderen materiellen Rahmenbedingungen zur Landes- und Bündnisverteidigung. Die Identifikation mit unserer deutschen Kultur, unseren Werten und Normen ist eine unabdingbare Voraussetzung für den persönlichen Einsatz in der Bundeswehr.“

Trotz diverser Attraktivitätsprogramme habe Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) es nicht vermocht, die Streitkräfte aufzufüllen. Noch immer seien rund 18.500 Dienstposten in der Truppe unbesetzt.

Unterdessen erläuterte von der Leyen in der „Rheinischen Post“, die Zahl der Soldaten sei in den vergangenen zwei Jahren um 3,6 Prozent gestiegen. „Wir erreichen am Ende dieses Jahres die Marke von 182.000 Soldatinnen und Soldaten, das sind 2500 mehr Zeit- und Berufssoldaten als noch vor einem Jahr und ein Plus von 6500 gegenüber dem Tiefststand 2016.“