Gesundheit

Jens Spahn: Ohne Widerspruch sollte jeder Organspender sein

Jens Spahn möchte gerne alle Menschen potenziell zu Organspendern machen, es sei denn sie widersprechen ausdrücklich.

Jens Spahn möchte gerne alle Menschen potenziell zu Organspendern machen, es sei denn sie widersprechen ausdrücklich.

Viel zu wenige Menschen haben einen Organspendeausweis. Gesundheitsminister will die Organspende nun zum Normalfall machen.

Berlin.  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürwortet neue Regeln zur Organspende. Künftig solle jeder Deutsche automatisch ein Spender sein, so lange er oder seine Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen, sagte Spahn der „Bild“-Zeitung. Nur mit der Widerspruchslösung könne die Organspende zum Normalfall werden. In Deutschland gilt bislang die sogenannte Entscheidungslösung, so dass eine Entnahme nur möglich ist, wenn eine Zustimmung vorliegt.

Einen eigenen Gesetzentwurf werde er dazu allerdings nicht in den Bundestag einbringen, sagte Spahn: „Diese Diskussion sollten wir im Bundestag führen. Dort gehört das Thema hin.“

Zahl der Organspender viel zu niedrig

Die Widerspruchslösung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar, räumte Spahn ein. Doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die stark zurückgehende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, ohne Erfolg geblieben. „Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung“, sagte Spahn.

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Spahn dazu auf, in die Diskussion über die Organspende einzusteigen: „Ich bin sehr gespannt auf ihre Meinung", sagte der CDU-Politiker.

Das Gesundheitsministerium hat bereits einen Gesetzentwurf erarbeitet, um durch eine bessere Vergütung der Krankenhäuser die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Zudem ist eine Stärkung der vor wenigen Jahren eingeführten Transplantationsbeauftragten vorgesehen. (epd)

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