Seenotretter

Maltas Justizbehörden durchsuchen Rettungsschiff „Lifeline“

Die „Lifeline“ liegt seit knapp zwei Wochen im Hafen von Valletta.

Die „Lifeline“ liegt seit knapp zwei Wochen im Hafen von Valletta.

Foto: Jonathan Borg / dpa

Seit zwei Wochen liegt die „Lifeline“ in einem maltesischen Hafen. Dem Kapitän des deutschen Rettungsschiffes droht eine Haftstrafe.

Rom/Dresden.  Im Verfahren gegen den deutschen Kapitän der „Lifeline“ , Claus-Peter Reisch, haben die maltesischen Justizbehörden am Dienstag das deutsche Rettungsschiff durchsucht. Wie die Tageszeitung „Malta Today“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, ging es bei der Inspektion vor allem um die Daten der an Bord befindlichen Computer.

Den Einspruch von Reischs Anwälten, die Durchsuchung sei für die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffs in den Niederlanden nicht relevant, wies das Gericht in Valletta zurück. Laut maltesischer Schifffahrtsbehörde ist das deutsche Rettungsschiff in den Niederlanden nur über einen Yachtclub angemeldet und damit staatenlos.

Kapitän droht Haftstrafe

Ein Schiff, das nicht unter der Flagge eines Staates fahre, darf demnach nicht in internationalen Gewässern fahren. Die „Lifeline“ wurde von den Behörden beschlagnahmt. Dem Kapitän droht im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Das deutsche Rettungsschiff hatte vor knapp zwei Wochen nach mehrtägigem Hin und Her erst dann die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen von Malta erhalten, als acht EU-Staaten sich zur Aufnahme der 234 vor der libyschen Küste geretteten Flüchtlinge bereiterklärt hatten.

Kurz darauf signalisierte auch Norwegen seine Bereitschaft, einen Teil der Geretteten aufzunehmen. Italien und Malta hatten ihre Häfen im Juni für Rettungsschiffe geschlossen. (epd)

"Lifeline" erreicht Hafen auf Malta
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