Migration

Trump beendet per Dekret Trennung von Familien an Grenze

U.S. President Donald Trump delivers remarks to the National Federation of Independent Businesses in Washington, U.S. June 19, 2018. REUTERS/Jonathan Ernst

U.S. President Donald Trump delivers remarks to the National Federation of Independent Businesses in Washington, U.S. June 19, 2018. REUTERS/Jonathan Ernst

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Die Trennung von Kindern und ihren Eltern an der mexikanischen Grenze sorgt seit Tagen für viel Kritik. Nun lenkt Donald Trump ein.

Washington.  US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, wonach ausländische Familien nach der illegalen Einreise in die USA nicht mehr getrennt werden. Die Familien müssen zusammenbleiben, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus.

Zuvor hatte er bereits auf Twitter angekündigt, es solle eine gesetzliche Regelung geben. Möglicherweise könnte es am Donnerstag zu Abstimmungen im Kongress kommen. Dies kündigte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, am Mittwoch an.

Psychologen warnen vor Traumata

Seit Tagen sorgt die Praxis für Kritik – über die Parteigrenzen in den USA hinweg. Die Behörden haben in den vergangenen Wochen verstärkt Kinder von ihren mutmaßlich illegal eingereisten Eltern getrennt. Die Regierung argumentierte bisher, damit solle gegen die illegale Einwanderung vorgegangen werden.

Am Mittwoch wurden neue Details bekannt, wonach es Lager für „Kinder im zarten Alter“ geben soll. Psychologen weisen daraufhin, dass die Trennung von Kleinkindern von ihren Eltern zu Traumata führen kann, die lebenslange Folgen nach sich ziehen.

Papst Franziskus kritisiert Trumps Politik

In die Debatte hatte sich am Mittwoch auch der Papst eingemischt. „Die Würde eines Menschen hängt nicht davon ab, ob er Staatsbürger ist, Einwanderer oder Flüchtling“, schrieb der Pontifex auf Twitter. „Das Leben von jemandem zu retten, der vor Krieg und Armut flieht, ist ein Akt der Menschlichkeit.“

Zuvor hatte sich bereits die US-Bischofskonferenz gegen die Politik von US-Präsident Trump und seiner Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen gewandt, Flüchtlingskinder von ihren Eltern zu trennen, die als Kriminelle in Haft genommen werden. Die Bischofskonferenz sei einmütig zu der Auffassung gelangt, die Praxis der US-Regierung als „unmenschlich“ einzustufen, heißt es in einer Stellungnahme des Bischofs der Diözese Tucson, Edward Weisenburger. „Es gibt nicht einen katholischen Bischof in den USA, der die Praxis als moralisch akzeptabel beurteilt“, sagte Weisenburger. (dpa/rtr)