Einwanderung

UN kritisieren Familientrennungen an Grenze zu USA

Zahlreiche Migranten aus Honduras, Guatemala und El Salvador nehmen am alljährlichen Marsch durch Mexiko teil, um in den USA Asyl zu beantragen. An der Grenze werden viele Familien getrennt.

Zahlreiche Migranten aus Honduras, Guatemala und El Salvador nehmen am alljährlichen Marsch durch Mexiko teil, um in den USA Asyl zu beantragen. An der Grenze werden viele Familien getrennt.

Foto: Hans-Maximo Musielik / dpa

An der Grenze zwischen Mexiko und den USA werden Familien auseinander gerissen. räsident Trump verkauft dies als konsequente Politik.

Genf.  Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat das Auseinanderreißen von Migrantenfamilien durch Behörden der USA scharf kritisiert. Die Trennung der oft sehr jungen Mädchen und Jungen von ihren Eltern sei eine schwere Verletzung der Kinderrechte, hielt eine Sprecherin des UN-Hochkommissariats fest. Nach Berichten handele es sich um Hunderte Kinder, zum Teil seien sie nicht älter als ein Jahr, teilte die UN mit.

Die harsche Praxis entlang der US-Südgrenze diene der Abschreckung irregulärer Migranten. Sie müsse beendet werden, verlangte die Sprecherin, Ravina Shamdasani. Das Wohlergehen von Kindern müsse Vorrang vor Erwägungen zur Grenzsicherung haben, unterstrich sie. „Nichts daran ist ein gewöhnliches Vorgehen“, widersprach Shamdasani den Argumenten der US-Regierung.

Trump: Demokraten schuld an Familientragödien

Die Sprecherin des Hochkommissariats hielt fest, dass die USA als einziges Land der Welt die UN-Kinderrechtskonvention nicht ratifiziert hätten. Die USA sollten sich diesem Abkommen zum Schutz von Jungen und Mädchen anschließen.

Medienberichten zufolge forciert US-Präsident Donald Trump die Trennung der Familien, Kinder würden weit entfernt von ihren Eltern verwahrt. An der US-Grenze zu Mexiko richtet sich die Praxis gegen Migranten aus lateinamerikanischen Ländern, die in den USA ein besseres Leben suchen.

Im Mai hatten Trump und sein Justizminister eine sogenannte „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Geflüchteten an der Grenze zu Mexiko ausgerufen. Doch die Praxis, Familien zu trennen, dauert bereits seit Monaten an. Auf Twitter machte Trump die Demokraten für die Familientrennungen verantwortlich. Sie blockierten die Änderungen von Gesetzen zur Grenzsicherung, schrieb Trump. Trump verwies auf sein Projekt, eine Mauer an der Grenze bauen zu lassen, für das ihm der Kongress die nötigen Milliarden verweigere. Damit legte Trump nahe, dass sich mit einer Mauer die Migration im allgemeinen lösen ließe. (epd/aba)