Neonikotinoide

Gegen das Bienensterben: EU-Staaten verbieten Insektizide

In Brüssel ist über ein Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte entschieden worden.

In Brüssel ist über ein Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte entschieden worden.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Wie lässt sich Biensterben aufhalten? Lange standen drei Insektengifte im Fokus der EU. Nun wurde über die Neoniotinoide entschieden.

Brüssel.  Die EU-Staaten haben am Freitag einem Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken. Das teilte die EU-Kommission mit.

„Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft“, sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis laut Mitteilung.

Klöckner: Was Bienen schadet, muss weg vom Markt

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) freute sich über das Freilandverbot für die Stoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. „Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa“. Bereits vor dem Votum hatte sie gesagt, was der Biene schade, müsse weg vom Markt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wies am Freitagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“ auf die Folgen der Gifte hin: „Das Insektensterben ist jetzt wirklich dramatisch“. Neonikotinoide sind für Insekten deutlich giftiger als für Säugetiere oder Vögel. Sie greifen das zentrale Nervensystem an, können lähmen oder zum Tode führen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte die drei Neonikotinoide mehrfach in den Fokus genommen. Anfang April bestätigte sie in einem neuen Bericht die Gefahren für Bienen und Hummeln: „Die Mehrzahl der Anwendungen von Neonikotinoid-haltigen Pestiziden stellt ein Risiko für Wild- und Honigbienen dar.“ (dpa)

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