Eklat

AfD-Tweet von Bundestags-Toilette sorgt für Aufregung

Stephan Brandner (AfD), Vorsitzender des Rechtsausschusses.

Stephan Brandner (AfD), Vorsitzender des Rechtsausschusses.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Ein AfD-Politiker hatte einen Stimmzettel zur Wahl von Merkel getwittert. Die Sache beschäftigt nun den Ältestenrat des Bundestages.

Berlin.  Wolfgang Schäuble ist nicht begeistert. Er sei sogar richtig verärgert, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Parlamentskreise. Grund dafür ist ein auf der Bundestags-Toilette fotografierter Stimmzettel der Wahl von Angela Merkels zur Kanzlerin am 14. März .

Das Foto von dem leeren blauen Zettel, der auf Toilettenpapierrollen abgelegt war, hatte der AfD -Abgeordnete Stephan Brandner gemacht und auf Twitter gepostet. Brandner bezeichnet den Zettel zwar als „#Fundstück auf dem Herrenklo“, dennoch bleibt unklar, ob er ihn nicht selbst dort abgelegt hatte.

AfD-Politiker Brandner weist Vorwurf von sich

„Welcher #CDUler war vor mir da?“, schreibt der AfD-Politiker, Leiter des Rechtsausschuss des Bundestages, weiter. Den Tweet ergänzte er mit dem Hashtag #MerkelistschlechteGeschichte.

Die nicht unbedingt würdevolle Spitze des 51-Jährigen in Richtung der CDU und ihrer Vorsitzenden Merkel beschäftigt jetzt offenbar auch den Ältestenrat des Bundestags, die von Schäuble als Bundestagspräsident geleitet wird, wie der „Spiegel“ weiter berichtet.

Unklar ist, welche Folgen der Tweet haben könnte. Im Ältestenrat sitzen neben Schäuble unter anderem auch die Vizepräsidenten des Bundestages sowie Abgeordnete der anderen Parteien. Nach wie vor gibt es keinen AfD-Vizebundestagspräsidenten, weil mehrere Wahlgänge gescheitert waren .

Brandner selbst weist gegenüber dem Magazin den Vorwurf zurück: Anders als bei seinem Parteikollegen Peter Bystron, der von Schäuble zu einer Ordnungsstrafe verurteilt worden war , weil er ein Foto seines Wahlzettels auf Twitter postete, gebe es von seinem Stimmzettel kein Foto, sagte Brandner.

„Das ist der Pöbler aus dem Landtag“

Auch wenn der Besitzer des Zettels wohl nicht ausfindig gemacht werden dürfte, scheint eines gewiss: Auf den Tweet von der Bundestags-Toilette dürften in Zukunft noch weitere Aktionen Brandners folgen. So weiß man im thüringischen Landtag, in dem Brandner bis zu seinem Eintritt in den Bundestag drei Jahre saß, um das rüpelhafte Benehmen des 51-Jährigen.

Diese vier Aussagen von AfD-Politikern sorgten für Wirbel
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Auf das scheint er stolz zu sein. „Wenn man auf die Statistiken zurückschaut, sind es knapp 30 Ordnungsrufe, die ich eingesammelt hab“, sagte Brandner dem MDR zufolge bei seinem Abschied vom Landtag: „Da kann man sagen, das ist der Pöbler aus dem Landtag.“ (bekö)