Islam-Debatte

SPD-Vize Dreyer: Seehofer schürt Konflikte und Vorurteile

Seehofer sorgt mit Islam-Äußerung für Wirbel

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat mit dem Satz "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" gleich zu Amtsbeginn eine kontroverse Debatte ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stel...

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Kaum ist die neue Regierung im Amt, streitet die Union wieder über Islam und Flüchtlinge. Der Koalitionspartner SPD ist „beunruhigt“.

Berlin.  Die stellvertretende Vorsitzende der SPD und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, zeigt sich besorgt über Konflikte in der Union und kritisiert Innenminister Horst Seehofer (CSU) scharf. „Ich bin beunruhigt, wie in der Union erneut ein Streit um grundlegende Werte aufbricht“, sagte Dreyer dieser Redaktion.

Dass sich die Kanzlerin und der Innenminister nur einen Tag nach der Vereidigung Kabinetts öffentlich widersprechen, erinnere an die Spaltung der Union während der Flüchtlingskrise. Dreyer bezieht sich unter anderem auf die Aussage Seehofers, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die Bundeskanzlerin hatte dem widersprochen. „Offenbar waren die programmatischen Differenzen nicht ausgeräumt, sondern im Wahlkampf nur ausgeklammert“, so die stellvertretende SPD-Chefin.

Dreyer mahnte, dass sich diese Konflikte nicht bis zur Landtagswahl in Bayern im Herbst fortsetzen dürften. „Es ist unverantwortlich, wenn der deutsche Innenminister innergesellschaftliche Konflikte und Vorurteile schürt, um in Bayern zu punkten“, sagte sie. (FMG)