OPCW

UN-Experten sollen Giftproben im Fall Skripal untersuchen

Skripal-Affäre: Europa schließt die Reihen gegen Russland

Nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien dreht sich die Sanktionsspirale zwischen Russland und dem Westen immer schneller: Moskau weist 23 britische ...

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Die Giftopfer Sergej und Yulia Skripal sind noch immer in kritischem Zustand. Nun reist ein internationales Experten-Team nach London.

London.  Zwei Wochen nach dem Gift-Attentat auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal werden Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Großbritannien erwartet. Sie sollen von Montag an Proben des Nervengifts untersuchen, das bei dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter Yulia verwendet worden war.

Wie das britische Außenministerium am Sonntag weiter mitteilte, lässt die OPCW die Proben in renommierten, internationalen Labors überprüfen. Dies werde mindestens zwei Wochen dauern. Nach den Worten des britischen Außenministers Boris Johnson hat Russland heimlich Vorräte des Nervengifts aufgebaut.

London und Moskau machen sich weiter Vorwürfe

In den vergangenen zehn Jahren habe Russland zudem untersucht, wie das Gift Nowitschok bei Attentaten eingesetzt werden könne, sagte Johnson am Sonntag der BBC. „Das ist ein Bruch der Chemiewaffenkonvention.“ Über 20 Länder hätten London schon ihre Solidarität zugesagt, so Johnson. Der russische EU-Botschafter, Wladimir Tschischow sagte dem britischen Sender dagegen, das Gift könne aus einem britischen Forschungslabor stammen.

Nowitschok führt meist binnen weniger Stunden zum Erstickungstod. Das Gift, das in etwa 100 Varianten vorkommen soll, ist nur schwer nachzuweisen. Die Überlebenschancen sind gering.

Sergej und Yulia Skripal befinden sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. Sie waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury aufgefunden worden. London glaubt, dass Moskau hinter dem Giftanschlag steckt. Das Attentat hat eine schwere politische Krise zwischen beiden Ländern ausgelöst. (dpa/rtr)

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