Streit

Nach Kritik an Essener Tafel sucht Merkel den Ausgleich

Essener Tafel: Der Verein, der Lebensmittel an Bedürftig verteilt, ist wegen des Streits um den Aufnahmestopp für Ausländer in der Kritik. Diese fünf Fakten muss man jetzt über die bundesweite Organisation wissen.

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Ihre Kritik an der Essener Tafel hatte für Aufregung gesorgt. Jetzt versucht Bundeskanzlerin Merkel, die Wogen wieder zu glätten.

Berlin/Essen.  Nach ihrer Kritik an der Essener Tafel bemüht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um Ausgleich. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in Berlin, Merkel habe sich mit dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) in Verbindung gesetzt.

Sie begrüße den Beschluss, dass an einem Runden Tisch über das weitere Vorgehen beraten werden soll. Die Kanzlerin hoffe, dass gute Lösungen gefunden würden, die nicht bestimmte Gruppen ausschlössen, sagte Seibert: „Bedürftigkeit ist Bedürftigkeit. Dafür ist nicht die Staatsangehörigkeit die Richtschnur.“

Merkels Kritik an Essener Tafel sorgt für Aufregung

Alles andere seien Fragen der Organisation, sagte Seibert und erinnerte daran, dass Merkel auch von dem Druck gesprochen habe, mit dem die Tafeln umgehen müssten. Die Politik könne Hilfe anbieten. Es sei aber klar, dass allein die Verantwortlichen vor Ort die Entscheidungen träfen, sagte Seibert.

Kritik an Entscheidung von Essener Tafel

Merkels Kritik an der Essener Entscheidung in einem Interview des Fernsehsenders RTL hatte für Widerspruch gesorgt. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner warf ihr in der „Bild“-Zeitung vor, wenn Helfer bedrängt würden, sollte die Politik die Tafel nicht kritisieren, sondern Hilfe anbieten.

Der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck sagte, die Freiwilligen müssten ausbaden, was die Politik versäumt habe.

Aufnahmestopp für Ausländer als Neukunden bleibt

Der bundesweite Dachverband der Tafeln hatte am Dienstag nach einer Krisensitzung mitgeteilt, dass die Essener Tafel vorerst an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer als Neukunden festhält . Ein Runder Tisch soll nach Lösungen für die Probleme bei der Lebensmittelausgabe suchen.

Der Essener Vereinsvorstand hatte den vorübergehenden Aufnahmestopp damit begründet, dass der Anteil der Migranten unter den 6000 Menschen, die regelmäßig Lebensmittel erhalten, auf 75 Prozent gestiegen sei. Ältere Menschen und Alleinerziehende würden auf diese Weise schleichend verdrängt. (epd)