Syrien

USA drohen Assad-Regime mit Angriff wegen Chemiewaffen

Mutmaßliches Giftgasopfer berichtet aus Syrien

Aktivisten in Syrien berichten von einem erneuten Giftgaseinsatz der syrischen Regierung in der Provinz Idlib. Die USA halten die Berichte für plausibel und bemühen sich um Beweise. Ein mutmaßli...

Mutmaßliches Giftgasopfer berichtet aus Syrien

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Im syrischen Bürgerkrieg soll zuletzt wieder mehrfach Giftgas eingesetzt worden sein. Auch die türkische Armee steht unter Verdacht.

München.  Die USA haben dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad weitere Vergeltungsschläge für Chemiewaffeneinsätze im Bürgerkrieg angedroht. „Fotos zeigen ganz klar, dass Assad weiter Chemiewaffen einsetzt“, sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Herbert Raymond McMaster, am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Es sei Zeit für alle Staaten, die Assad-Regierung und seine Unterstützer dafür verantwortlich zu machen. McMaster erinnerte daran, dass die USA bereits im April 2017 mit einem Marschflugkörper-Angriff auf einen syrische Luftwaffenbasis auf einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien reagiert hatten. Ob die USA nun konkret einen weiteren Vergeltungsschlag planen, sagte der Trump-Berater nicht.

Zuletzt mehrere mutmaßliche Chlorgas-Angriffe

Syrien hatte zuletzt den Vorwurf zurückgewiesen, Regierungstruppen hätten im Bürgerkrieg erneut Chemiewaffen eingesetzt. Die USA seien unzufrieden mit den Erfolgen der syrischen Armee und verbreiteten deshalb „irreführende Nachrichten“, kommentierte Syriens Vize-Außenminister Faisal al-Mikdad.

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Nach Angaben von Aktivisten und Helfern sollen Regierungstruppen seit Anfang des Jahres mehrfach Chlorgas in der Provinz Idlib und in der Region Ost-Ghuta bei Damaskus eingesetzt haben.

Hat auch die türkische Armee Giftgas eingesetzt?

Auch der türkischen Armee wird vorgeworfen, in Syrien Giftgas eingesetzt zu haben. Bei einem Angriff mit einem nicht näher bestimmten Gas in der Region Afrin in Nordsyrien sollen sechs Menschen verletzt worden sein. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der mutmaßliche Angriff habe sich am Freitag in dem Ort Scheich Hadid ereignet und wird der türkischen Armee und ihren Verbündeten angelastet.

Der Leiter des Krankenhauses in Afrin, Joan Schitika, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Verletzten mit Atembeschwerden nach türkischem Beschuss eingeliefert worden seien. Die staatliche Syrische Nachrichtenagentur Sana warf der türkischen Armee vor, Granaten mit Giftgas bei dem Beschuss einer Ortschaft eingesetzt zu haben. Die türkische Seite reagierte zunächst nicht auf die Berichte, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen. (dpa)