Konflikt

Donald Trump will mehr Angriffs-Optionen gegen Nordkorea

In Südkorea wird die Eskalation zwischen dem Nachbar Nordkorea und den USA mit großer Sorge beobachtet.

In Südkorea wird die Eskalation zwischen dem Nachbar Nordkorea und den USA mit großer Sorge beobachtet.

Foto: Ahn Young-Joon / dpa

Nach Olympia in Südkorea könnte es im Sommer zur Konfrontation zwischen den USA und Nordkorea kommen: Trump will vom Pentagon Optionen.

Washington.  Victor Cha war so gut wie gesetzt für den sensibelsten Botschafterposten, den die USA im Moment zu vergeben haben. Der frühere Asiendirektor des Nationalen Sicherheitsrates von George W. Bush, Sohn südkoreanischer Einwanderer, galt in der Krise um das nordkoreanische Atomprogramm als die beste Wahl für den Job des Chefdiplomaten in Seoul.

Perdu. Präsident Donald Trump hat den parteiübergreifend anerkannten Experten aus dem Rennen nehmen lassen. Der Grund hat in Washington Alarmstimmung bei jenen ausgelöst, die Trumps Säbelrasseln gegen das Regime von Diktator Kim Jong Un („kleiner Raketenmann“) für brandgefährlich halten.

Trump will vom Pentagon Angriffsoptionen für Korea

Anders als Trump lehnt Cha Gedankenspiele über einen begrenzten militärischen Erstschlag gegen Pjöngjang ab. Nordkorea eine „blutige Nase“ zu verpassen, wie H.R. McMaster, Nationaler Sicherheitsberater Trumps, dies propagiert, berge die Gefahr eines militärischen Flächenbrandes mit Hunderttausenden Toten, schrieb Cha in einem Beitrag in der „Washington Post“. Auslöser: Trump drängt das Pentagon auf die Vorlage verschiedener Angriffsoptionen.

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Aber Verteidigungsminister James Mattis zögert laut „New York Times“. Der kriegserfahrene General will keine Fakten schaffen. Er betont im Verein mit Außenminister Rex Tillerson , dass er einer diplomatischen Lösung klar den Vorzug gibt. Eine militärische Auseinandersetzung werde auf der koreanischen Halbinsel zu einer Katastrophe mit gewaltigen Opferzahlen führen, so ihre Begründung.

Aussicht auf militärische Konfrontation laut Experten größer

Asienexperten gehen dennoch davon aus, dass nach dem Ende der Olympischen Winterspiele, bei denen Süd- und Nordkorea begrenzte Gemeinsamkeit demonstrieren wollen, die „trügerische Ruhe“ zwischen Pjöngjang und Washington vorbei ist.

Die Aussicht auf eine militärische Konfrontation im Sommer sei „nicht kleiner, sondern größer geworden“, sagten Fachleute der Denkfabrik Brookings nach Trumps Rede zur Lage der Nation. Der Präsident hatte darin betont, dass die Zeit der „Zugeständnisse“ an Pjöngjang vorbei sei. „Ich werde nicht die Fehler früherer Regierungen wiederholen, die uns in diese gefährliche Position gebracht haben“, sagte Trump.

Kim Jong Un - Dieser Diktator beherrscht Nordkorea
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