SPD-Parteitag

Juso-Chef Kühnert will weiter gegen die GroKo-kämpfen

Juso-Chef Kühnert: Von Zwergen zu Riesen

Damit machte Kühnert eine Anspielung auf den CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, der von einem "Zwergenaufstand" in der SPD gegen die große Koalition gesprochen hatte.

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Nach dem SPD-Sonderparteitag wettert Juso-Chef Kühnert weiter gegen eine neue GroKo. Er kündigt Veranstaltungen in ganz Deutschland an.

Berlin.  Nach der knappen Entscheidung der SPD für Koalitionsverhandlungen mit der Union will der Wortführer der GroKo-Gegner, Juso-Chef Kevin Kühnert, weiter Widerstand mobilisieren.

„Für uns beginnt jetzt erst der große Teil der Arbeit. Wir wollen die Mitglieder davon überzeugen, dass unser Weg der richtige ist – und ich glaube, dass wir das schaffen können“, sagte Kühnert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Kühnert weiter: „Sobald der Entwurf für den Koalitionsvertrag vorliegt, werden wir Jusos in ganz Deutschland Veranstaltungen machen und für unsere Position werben.“

Der 28-jährige Kühnert war innerhalb der SPD in den vergangenen Wochen zum Wortführer der Gegner eine Koalition mit der Union. Auf dem Sonderparteitag am Sonntag in Bonn hatte er mit seiner Rede gegen Kurs von Parteichef Martin Schulz erneut Stellung bezogen.

Kühnert sprach von einer „Vertrauenskrise“ in der Partei und betonte, dass der Parteitagsbeschluss für oder gegen ein Bündnis mit der Union so oder so schmerzhafte Nachwirkungen haben werde. „Es wird wehtun“, sagte er. „Wir werden Menschen vor den Kopf stoßen.“

SPD-Mitglieder stimmen ab

Kämpferisch gibt sich auch der Juso-Chef in NRW, Frederick Cordes. „Jetzt gilt es, möglichst viele GroKo-Kritiker in die Partei zu holen, damit wir beim Mitgliederentscheid das Ergebnis sprengen können“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Über einen möglichen Koalitionsvertrag stimmen am Ende die mehr als 440.000 SPD-Mitglieder ab, sie haben damit das letzte Wort.

„Wir planen eine möglichst bundesweite Kampagne nach dem Motto „einen Zehner gegen die GroKo"“, kündigte Cordes an. So teuer sei der Mitgliedsbeitrag für zwei Monate. „Und wenn wir uns durchsetzen, bleiben bestimmt viele Neumitglieder der SPD erhalten.“ (dpa)

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