Supermarkt-Anschlag

Mutmaßlicher Attentäter von St. Petersburg gibt Rätsel auf

Mutmaßlicher Attentäter von St. Petersburg festgenommen

Drei Tage nach dem Anschlag in St. Petersburg ist der mutmaßliche Täter nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB) gefasst worden. Der Mann sei bei einem Sondereinsatz des Dienstes f...

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Steckt der IS hinter dem Anschlag in St. Petersburg? Zweifel werden laut, seit der mutmaßliche Supermarkt-Attentäter verhört wird.

St. Petersburg.  Der russische Geheimdienst FSB hat nach dem Anschlag auf einen Supermarkt in St. Petersburg nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Attentäter festgenommen. Der Verdächtige sei am Samstag gefasst worden, teilte der FSB in Moskau mit.

Ermittler hätten mit der Befragung des Verdächtigen begonnen. Weitere Details, wie etwa Angaben zur Identität, wurden nicht gemacht. Doch erste Zweifel werden laut, dass es sich nicht um einen Anschlag im Auftrag der Terrororganisation IS handeln könnte.

Selbstgebaute Nagelbombe explodiert im Supermarkt

Am Mittwoch war in einem Supermarkt in Russlands zweitgrößter Stadt eine selbstgebaute Nagelbombe mit einer Sprengkraft von etwa 200 Gramm Dynamit explodiert. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht, zudem gab es zahlreiche Leichtverletzte.

Im Internet kursierten kurz nach der Explosion nicht verifizierte Überwachungsvideos, die einen jungen Mann als möglichen Täter zeigten. Er soll eine Tasche im Schließfach des Supermarktes deponiert und daraufhin das Geschäft im Osten der Stadt verlassen haben.

War der Attentäter ein russischer Nationalist?

Die radikalislamische Terrororganisation IS hatte den Angriff vom Mittwoch für sich reklamiert. Auch Präsident Wladimir Putin sprach von einem Terrorakt. Am Samstagabend meldete allerdings die russische Nachrichtenagentur Interfax, bei dem Verdächtigen handele es sich um einen Einheimischen aus St. Petersburg. Der Mann sei Nationalist, hieß es unter Berufung auf interne Quellen.

Der Verdächtige sei in einer psychiatrischen Klinik registriert und führe ein „asoziales Leben“, soll ein Polizeivertreter der amtlichen Nachrichtenagentur Tass gesagt haben. (dpa/sth)