Nahost-Konflikt

Islam-Gipfel: Ost-Jerusalem ist die Hauptstadt Palästinas

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Türkei: Jerusalem als "Hauptstadt Palästinas" anerkennen

Türkei: Jerusalem als "Hauptstadt Palästinas" anerkennen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zur Anerkennung Jerusalems als "Hauptstadt Palästinas" aufgerufen. Zur Eröffnung eines Gipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (...

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Neue Brisanz im Streit um Jerusalem: Islamische Staaten erkennen auf einem Treffen den Ost-Teil der Stadt als Hauptstadt Palästinas an.

Istanbul.  Ein Sondergipfel islamischer Staaten hat als Reaktion auf das umstrittene Vorgehen der USA Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates anerkannt.

„Wir verkünden, dass wir den Palästinenserstaat anerkennen, dessen Hauptstadt Ost-Jerusalem ist“, zitierte die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu aus der Erklärung des Gipfels der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) am Mittwoch in Istanbul.

Erdogan: Israel ermordet Frauen und Kinder

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wetterte gegen Israel: „Das Schicksal Jerusalems kann nicht einem Land überlassen werden, das sich von Blut ernährt und seine Grenzen erweitert, indem es Kinder, Zivilisten und Frauen brutal ermordet.“

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas erklärte, Jerusalem werde für immer die Hauptstadt Palästinas sein.

Scharfe Kritik an den USA

Die OIC hatte zuvor bereits die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA verurteilt. Auf dem Gipfeltreffen in Istanbul rief die Organisation am Mittwoch alle Länder auf, Palästina als Staat anzuerkennen. An dem vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einberufenen OIC-Dringlichkeitstreffen in Istanbul nahmen Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus mehr als 50 muslimischen Staaten teil.

Darum ist Jerusalem als Hauptstadt so umstritten
Darum ist Jerusalem als Hauptstadt so umstritten

Mehrere Redner erklärten, nach der Jerusalem-Entscheidung könnten die USA nicht mehr als Vermittler im Nahen Osten auftreten. Der iranische Präsident Hassan Ruhani rief die muslimischen Staaten auf, ihre Streitigkeiten durch Dialog beizulegen und alle Kräfte auf die Jerusalem-Frage zu bündeln.

Hamas rief neue Intifada aus

Die Lage im Nahen Osten hat sich zugespitzt, seit US-Präsident Donald Trump Jerusalem vor einer Woche allen Warnungen zum Trotz als Hauptstadt Israels anerkannte. Die Palästinenser betrachten das seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel besetzte Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staates.

Die radikalislamische Hamas rief nach Trumps Entscheidung zu einer neuen Intifada auf. Bei den früheren Palästinenser-Aufständen ab 1987 und 2000 wurden Tausende Menschen getötet. Am Sonntag hatte sich schon die Arabische Liga einmütig gegen die Entscheidung Trumps gestellt und die USA aufgefordert, ihren Beschluss zur Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem zu revidieren. (dpa/rtr)

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