Luftmanöver

Südkorea und USA beginnen bisher größte Luftwaffenübung

Ein F-22 Raptor der U.S. Air Force startet in Gwangju, Südkorea, von einer südkoreanischen Militärbasis.

Ein F-22 Raptor der U.S. Air Force startet in Gwangju, Südkorea, von einer südkoreanischen Militärbasis.

Foto: Uncredited / dpa

Südkorea und die USA haben ihr größtes Luftmanöver gestartet. Damit reagieren sie auf Nordkoreas jüngsten Interkontinentalraketen-Test.

Seoul.  Südkoreanische und US-Streitkräfte haben am Montag ihre bislang größte Luftwaffenübung abgehalten. An dem fünftägigen Manöver „Vigilant Ace“ (wachsames Ass) sollen nach Militärangaben mehr als 230 Kampfflugzeuge einschließlich F-35-Tarnkappen-Jets der USA sowie etwa 12.000 Soldaten teilnehmen.

Die bis Freitag stattfindende Übung soll die „Bereitschaft“ der beiden verbündeten Länder stärken. Laut bisher unbestätigten südkoreanischen Medienberichten könnten daran auch US-Langstreckenbomber des Typs B-1B teilnehmen.

Scharfe Vorwürfe aus Nordkorea

Im November des vergangenen Jahres hatten mehr als 16.000 Soldaten und mehr als 200 Flugzeuge an der jedes Jahr stattfindenden Übung teilgenommen. Vor wenigen Tage hatte Nordkorea eine weitere Interkontinentalrakete gestartet , der Test war international scharf kritisiert worden.

Nordkorea feiert Raketentest mit Propaganda-Show

Das diplomatisch isolierte Land erklärte kurz danach, es könne jetzt das gesamte Festland der USA mit Atomsprengköpfen angreifen . Es war der 19. Raketentest in diesem Jahr, im September hatte Nordkorea zudem zum sechsten Mal einen Atomtest durchgeführt.

Das nordkoreanische Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung des Landes warf den USA und Südkorea am Sonntag vor, mit dem gemeinsamen Luftmanöver Nordkorea „komplett zerstören“ zu wollen. Nordkoreas Außenministerium hatte am Samstag die US-Regierung beschuldigt, „um einen Atomkrieg zu betteln“. Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

US-Senator empfiehlt Abzug von Familien des US-Militär

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham forderte unterdessen den Abzug von Familienangehörigen des amerikanischen Militärs aus Südkorea. „Angesichts der Provokationen Nordkoreas ist es verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken“, fügte Graham im Fernsehsender CBS am Sonntag hinzu. Seiner Einschätzung nach steigt nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests die Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und Nordkorea. (dpa)