Bundestagswahl

„Jamaika“-Poker in Zitaten – Das sagen Union, FDP und Grüne

Jamaika: An diesen drei Streitpunkten könnte eine Koalition scheitern

Bundestagswahl: Nachdem die SPD in die Opposition geht, ist rein rechnerisch nur eine Jamaika-Koalition möglich. Wie schwierig solche Koalitionsverhandlungen werden könnten, zeigen wir hier: Wir haben die Koalitionsverhandlungen mit Spielfiguren nachgestellt.

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Am Tag nach der Wahl hat der Poker um eine künftige Regierung begonnen. Die Parteien setzen erste Duftmarken. Die wichtigsten Zitate.

Berlin.  Kann eine „Jamaika“-Koalition im Bund gelingen? Eine Alternative ist derzeit nicht in Sicht, nachdem die SPD einer Neuauflage der großen Koalition eine Absage erteilt hatte. Union, FDP und Grüne wissen, dass auf sie ein schwieriger Koalitionspoker zukommen dürfte. Und taktieren entsprechend vorsichtig. Eine Übersicht über die politische Gefechtslage in Zitaten:

„Eine Koalition funktioniert nur, wenn alle Seiten nachgeben und man sich nicht gegenseitig den Platz kaputt tritt. (CDU-Generalsekretär Peter Tauber im Fernsehsender Phoenix an die Adresse der potenziellen Bündnispartner)

„Wir brauchen zuerst eine klare Kursorientierung.“ (CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer bei Phoenix)

„Wir werden bestehen auf den Dingen, die wir der Bevölkerung versprochen haben in unserem Bayernplan.“ (CSU-Chef Horst Seehofer zum Kurs seiner Partei und der Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge)

„Wenn das nicht möglich ist, dann wäre unser Platz die Opposition.“ (FDP-Chef Christian Lindner ist zu einer möglichen Regierungsbildung bereit, will aber eine Trendwende und eine andere Richtung der Politik)

„Jede Koalition ist darauf angewiesen, dass man einen Kompromiss findet. Und das wird in dieser Konstellation nicht einfach werden.“ (Grüne-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt zu einem Bündnis mit Union und FDP)

„Die nächste Regierung, der wir angehören wollen, muss Frankreich unterstützen. Anders geht es nicht.“ (Grünen-Chef Cem Özdemir will den EU-Reformkurs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron unterstützen)

„Man muss bereit sein, tatsächlich bei sich selbst zu bleiben und jederzeit den Tisch zu verlassen. Wenn man da reingeht, um sozusagen die Selbstaufgabe zu zelebrieren, dann können wir es gleich sein lassen.“ (Der grüne schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck. In Schleswig-Holstein gibt es die bisher einzige Regierung aus CDU, Grünen und FDP)

„Ich kann nicht sehen, welche Parallelen wir mit der CSU oder der FDP haben.“ (Die direkt gewählte Kreuzberger Grünen-Politikerin Canan Bayram will ein „Jamaika“-Bündnis nicht unterstützen)

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„Wenn ,Jamaika’-Sondierungen kein Ergebnis bringen, das ist ja durchaus auch möglich, dann muss die SPD bereitstehen.“ (Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter fordert die SPD auf, ihre Haltung gegen eine erneute Regierungsbeteiligung zu überdenken)

„Um es im saloppen Politikjargon zu sagen: Wer sich mit dieser Bundeskanzlerin ins Bett legt, kommt darin um.“ (Der Thüringer FDP-Chef Thomas Kemmerich über die Aussicht, künftig in einer Koalition mit Union und Grünen zu sitzen) (dpa)