Anschlag

EKD-Vize vergleicht Terror von Barcelona mit Charlottesville

Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus.

Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus.

Foto: imago stock&people / imago/Sven Simon

Gibt es Parallelen zwischen dem Terror in Spanien und der jüngsten Gewalt in den USA? Vize-EKD-Chefin Annette Kurschus sieht das so.

Hannover.  Die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, sieht Parallelen zwischen den gewaltsamen Ausschreitungen bei einer Demonstration von Rechtsextremisten in Charlottesville und dem Terroranschlag von Barcelona.

„Mit dem gleichen Ungeist abgründiger Menschenverachtung und mit der gleichen Methode blindwütiger Gewalt wurde gemordet“, erklärte die westfälische Präses Kurschus am Freitag in Hannover zu den Gewaltakten am vergangenen Wochenende in den USA und am Donnerstagabend in Spanien.

„Schmerz und Hass schreien zum Himmel“

Ein Lieferwagen war am Donnerstag in eine Menschenmenge auf der bei Touristen beliebten Flaniermeile von Barcelona, Las Ramblas, gerast. Behörden zufolge wurden dabei mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt. Später hatte es einen weiteren Anschlag im spanischen Küstenort Cambrils gegeben.

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„Wieder wurde wahllos gemordet, wieder schreien Schmerz und Hass zum Himmel“, erklärte Präses Kurschus für die EKD. Die Attentäter setzten auf Angst und Wut. „Lassen wir die Saat nicht aufgehen!“ forderte die evangelische Theologin und rief zum Gebet für die Toten und Verletzten auf.

Der katholische Münchner Erzbischof Reinhard Marx schrieb in einer Kondolenz an den Erzbischof von Barcelona, Kardinal Juan José Omella Omella, die Nachrichten über die Anschläge machten ihn fassungslos. Es sei unerträglich, dass „Terroristen im Namen der Religion ,Ungläubige’ töten“. „Die Staatengemeinschaft muss jetzt weiter intensiv darüber nachdenken, wie mit dieser Form des Terrors umgegangen werden kann“, schrieb er. Im Gebet sei er den Opfern der Anschläge und deren Angehörigen verbunden. (epd)