Präsidentschaftskandidat

So verliebte sich Emmanuel Macron mit 15 in seine Lehrerin

Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte nach dem Sieg bei der ersten Runde der Wahlen in Frankreich.

Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte nach dem Sieg bei der ersten Runde der Wahlen in Frankreich.

Foto: Christophe Ena / dpa

Emmanuel Macron ist 24 Jahre jünger als seine Frau Brigitte. Doch nicht nur deshalb ist diese Ehe eine sehr ungewöhnliche Geschichte.

Paris.  Frankreich am Abend der Wahl: Händchenhaltend stehen Emmanuel und Brigitte Macron auf der Bühne vor ihren jubelnden Anhängern. Dann küssen sich die beiden. Emmanuel Macron hat soeben die erste Runde der Präsidentschaftswahl gewonnen . Aller Voraussicht wird hier gerade der künftige französische Staatspräsident gefeiert – doch das ist für einen Moment Nebensache.

Vielmehr fragt sich so mancher Zuschauer der Szene, wie Macron, der 39-Jährige Politik-Überflieger aus Amiens, und seine Frau Brigitte, die 64-jährige Ex-Lehrerin, sich kennengelernt haben. Tatsächlich ist ihre gemeinsame Geschichte viel zu schön, um sie nicht zu erzählen. Sie ist dramatisch, kitschig und romantisch. Nicht nur Franzosen lieben das.

Die Lehrerin und ihr Schüler

Fast 24 Jahre beträgt der Altersunterschied. Und genau 24 Jahre ist es her, dass sich „Bibi“, so Brigitte Macrons Spitzname, und Emmanuel kennenlernten. Sie war damals so alt wie ihr Mann heute. Sie seine Lehrerin, er ihr Schüler – an einem katholischen Gymnasium im nordfranzösischen Amiens. Als seine Theaterkurs-Leiterin sei Brigitte fasziniert gewesen von den Fähigkeiten des 15-Jährigen, heißt es; von seiner Intelligenz, von seinem Charme, von seiner Präsenz. Er spielte in dem Stück eine Vogelscheuche.

Gemeinsam konzipierten sie das Theaterstück, und kamen sich näher. Jeden Freitag hätten sie zusammengesessen, soll Brigitte später im Klatsch-Magazin „Paris Match“ gesagt haben: „Ich spürte, dass ich ins Wanken gerate – und er auch.“ Aber eine Beziehung zu einem Schüler, der gerade mal so alt war wie ihre mittlere Tochter? Das ging nun wirklich nicht.

Emmanuel Macron gab nicht auf

Der Erzählung nach soll sie ihn nach Paris geschickt haben, auf das Elite-Gymnasium Henri IV. Fortan war Macron zwei Autostunden von Amiens entfernt. Er war verliebt in eine Frau, die gerade 40 wurde, einen Ehemann und drei Kinder hatte. Doch davon ließ sich der heute 39-Jährige nicht unterkriegen. „Ich werde wiederkommen und Sie heiraten“, soll er zu ihr gesagt haben.

Der damals 17-Jährige hielt sein Versprechen. Vielleicht ist es genau das, was die Franzosen an Emmanuel Macron und seiner voraussichtlichen „Première dame“ lieben. Diesen Mut, das Unmögliche möglich zu machen, die Entschlossenheit, gesellschaftliche Konventionen hinter sich zu lassen: 2006 ließ sich Brigitte scheiden, zog nach Paris und heiratete 2007 Macron.

Brigitte Macron stammt aus Chocolatier-Familie

Und auch hier hält ihre Liebesgeschichte, die sich wohl kein Schnulzenschreiber besser hätte ausdenken können, eine glückliche Fügung bereit: Denn Brigitte Macron stammt aus einer bekannten Chocolatier-Familie, die vor allem für eine beliebte Süßigkeit bekannt ist – den „Macaron von Amiens“.