VW-Skandal

Merkel warnt vor zu hohen Umweltauflagen für Autobauer

Angela Merkel am Mittwoch als Zeugin im Untersuchungsausschuss.

Angela Merkel am Mittwoch als Zeugin im Untersuchungsausschuss.

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Über den Dieselskandal beim Autobauer VW erfuhr Angela Merkel aus der Presse. Bei den Umweltauflagen mahnt die Kanzlerin zu Augenmaß.

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach eigenen Angaben erst mit dem öffentlichen Bekanntwerden des Skandals am 19. September 2015 aus den Medien von Abgas-Manipulationen bei Volkswagen erfahren. Sie sei dann auch von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) informiert worden, sagte Merkel am Mittwoch als Zeugin im Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Sie habe unterstützt, dass Dobrindt rasch eine Untersuchungskommission einsetzte, und zur Aufklärung ermuntert.

Merkel berichtete, dass sie aus ihrer Zeit als Umweltministerin von 1994 bis 1998 mit der Abgasthematik gut vertraut sei. Als Kanzlerin habe sie sich immer wieder damit beschäftigt, wenn es etwa um eine einheitliche Haltung der Bundesregierung in der EU gegangen sei.

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Merkel: „Nicht bis zum Geht-Nicht-Mehr“

Merkel warnte vor einer Überforderung der deutschen Automobilindustrie durch Umweltauflagen. Die deutschen Fahrzeugbauer täten sicher gut daran, mit den besten Umwelttechnologien Vorreiter für Marktentwicklungen zu sein, sagte Merkel. „Aber das hat natürlich seine Grenzen.“ Sie plädiere für ambitionierte Regelungen und Anforderungen an die Autoindustrie, „aber nicht bis zum Geht-Nicht-Mehr“.

Merkel sieht die Autoindustrie und damit auch die deutschen Hersteller in einer „ganz entscheidenden Phase“, in einer technologischen Transformation. Man müsse bei allem berücksichtigen, dass die Branche in Deutschland einer der größten Arbeitgeber mit hunderttausenden Arbeitsplätzen sei. Deshalb müsse sie als Bundeskanzlerin ein Interesse daran haben, das diese Industrie weiterhin Autos bauen könne. „Wir müssen alle Dinge im Blick haben“, unterstrich sie.

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Dies sei jedoch nicht als „Attacke auf die kalifornischen Umweltbemühungen“ gemeint gewesen. Sie habe wohl darauf hinweisen wollen, dass mit strengen Diesel-Vorgaben eine ganze Autoklasse aus den Anstrengungen für eine CO2-Reduzierung herausfallen könnte. (dpa)