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„Princess Charming“: Zwischen zwei Kandidatinnen funkt es

Lesedauer: 4 Minuten
Johanna Ewald
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Im ersten lesbischen Dating-Format „Princess Charming“ punkten die Kandidatinnen mit Offenheit, Natürlichkeit und Direktheit.

Berlin. Mit „Princess Charming“ gibt es nun die erste lesbische Dating-Show weltweit. Noch ausschließlich auf der Online-Plattform „TVNow“, später auch im Fernsehen bei „Vox“. So war es schon bei „Prince Charming“, dem männlichen Pendant. 2020 gab es für die Premieren-Staffel sogar den Grimme-Preis.

„Princess“ Irina Schlauch ist 30 Jahre alt, Rechtsanwältin und kommt aus Köln. Ihr Coming-out hatte sie mit 23 Jahren: „Ich bin sehr tolerant erzogen worden, insofern wusste ich, dass das für meine Familie kein Thema sein wird. Dafür bin ich sehr dankbar“, erzählt sie. Nun sucht sie auf Kreta nach der passenden Partnerin.

„Princess Charming“: Zwei Kandidatinnen fliegen raus

Schon in der ersten Folge sind zwei Damen vom Sender frühzeitig heimgeschickt worden: „Leider kommt es zwischen Sonja und Ulle zu einer Auseinandersetzung, die bei ‚Princess Charming‘ keinen Platz hat und ihre Teilnahme mit sofortiger Wirkung beendet“, heißt es in einem Statement der Produktion. Somit verbleiben nur noch 18 der ursprünglich 20 Kandidatinnen, die gemeinsam in einer Villa leben.

Angenehm unprätentiös treten diese in der zweiten Folge auf. Statt knappen Bikinis, eng sitzenden Hosen und kiloschwerem Puder, wie man es sonst von solchen Formaten gewohnt ist, sieht man da natürlich auftretende Menschen, die Sport treiben, sich über Sexualität unterhalten und den ein oder anderen Drink einnehmen.

Aufklärung bei „Princess Charming“ innerhalb weniger Minuten

Bereits nach wenigen Minuten wird darüber diskutiert, ob es okay ist, als lesbische Frau mit einem Mann geschlafen zu haben. Bevor „Princess“ Irina sich nämlich outete, hatte sie eine Beziehung mit einem Mann. „Für ihn hatte ich Gefühle, deswegen weiß ich, dass ich diese für einen Mann entwickeln kann“, so die 30-Jährige. Danach habe es allerdings nur noch Frauen gegeben. Auch Gea gibt zu: „Seit ich queeren Sex habe, bin ich viel freier.“ Die 28-Jährige ist nicht-binär, ordnet sich also weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zu.

Ein bisschen wie im Sexualkundeunterricht kommt man sich vor, wenn Ex-Soldatin Britta erklärt: „Sex ist so viel mehr: Berührungen, Zärtlichkeit, Nähe.“ Wer sich mit dem Thema Sexualität und Geschlechtsidentität bislang nicht auseinandergesetzt hat, wird hier innerhalb weniger Minuten aufgeklärt.

Während sich Gea und Elsa darüber unterhalten, dass Frauen viel offener für Sexspielzeuge sind, verschwinden zwei Kandidatinnen: Saskia und Bine. Man sieht sie kuscheln. „Es ist auf jeden Fall Interesse da“, gesteht Bine. Auch etwas, was es beim Bachelor oder der Bachelorette noch nicht gab: Die Liebe unter Kandidatinnen und Kandidaten.

Typisch Dating-Format: Einzel-Date und Rausschmiss

Wie man es von Dating-Shows wie dem Bachelor oder der Bachelorette kennt, gibt es auch bei „Princess Charming“ eine Einladung zum Einzeldate: „Jana hat mich sehr überrascht bei dem Date. Sie hat viele Pluspunkte bei mir gesammelt“, ist Irina schnell begeistert. Dank einer Tafel, auf der verschiedene Begriffe in einem Buchstaben-Wirr-Warr versteckt sind, gehen den beiden auch nicht die Gesprächsthemen aus: „Wenn uns ein Begriff ins Auge springt, können wir darüber ein bisschen quatschen, um uns besser kennenzulernen“, erklärt Irina.

Eine Unterhaltung über das Coming-out, Jogginghosen sowie das Heiraten folgt. Dass die beiden dann auch noch unbedingt Fußball spielen müssen, wirkt nach dem harmonischen Date dann allerdings doch etwas gewollt.

Zum Abschluss müssen auch bei diesem Format Kandidatinnen gehen. Statt Rosen verteilt Irina Halsketten. Jede, die weiterkommt, darf ihre Kette behalten. Die Ausgeschiedenen müssen sie abgeben: An diesem Abend trifft es Lia und Sandra.

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