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„Maischberger“: Lauterbach warnt vor Pandemie der Varianten

| Lesedauer: 4 Minuten
Benedikt Meyer
Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Multitalent Sandra Maischberger im Porträt

Journalistin, Moderatorin, Autorin und Geschäftsfrau - Wie Sandra Maischberger von einer Studiumsabbrecherin zu einer von Deutschlands besten weiblichen Journalisten wurde, erfahren Sie in diesem Video.

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Die Corona-Mutationen waren das Thema des „Maischberger“-Talks am Mittwoch. Und: Robert Habeck äußerte sich zu K-Frage der Grünen.

Berlin. Das Thema des Wochen-Talks von Sandra Maischberger am Mittwochabend: Wie geht es angesichts der Corona-Mutationen weiter? Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich bereits für eine Verschärfungen der Corona-Maßnahmen aus, etwa durch eine drastische Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland.

Die Corona-Fallzahlen sinken langsam, trotzdem ist ein Ende der Corona-Pandemie nicht absehbar. Vor dem Hintergrund der neuen und eventuell deutlich ansteckenderen Corona-Varianten warnte der Berliner Charité-Professor und Virologe Christian Drosten zuletzt von 100.000 möglichen Infektionen pro Tag.

"Maischberger" – das waren die Gäste:

  • Robert Habeck, Bündnis 90/Die Grünen (Parteivorsitzender)
  • Karl Lauterbach, SPD (Politiker und Epidemiologe)
  • Hendrick Streeck (Virologe)
  • Eva Schulz (Reporterin)
  • Cherno Jobatey (Journalist und TV-Moderator)
  • Claus Strunz (Journalist)

"Maischberger": Lauterbach warnt vor Pandemie der Varianten

Für SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat Virologe Drosten zu Recht vor einem möglichen Szenario mit 100.000 Infizierten pro Tag gewarnt. „Es kann eine neue Pandemie geben, eine Pandemie der Varianten. Die Zahlen fallen, die Corona-Mutationen steigen aber deutlich stärker“, erklärte Lauterbach. Auch TV-Journalist Cherno Jobatey machte seinen „Respekt“ vor den Corona-Mutationen deutlich. Lesen Sie hier: Diese Mutationen des Coronavirus sind jetzt wichtig

Der Bonner Professor und Virologe Hendrik Streeck äußerte sich gespalten: „Bei den neuen Mutationen muss man aufpassen.“ Die Welt habe es aber nicht mit einem komplett neuen Virus zu tun – Impfstoff, Lockdown- und Hygiene-Maßnahmen würden wahrscheinlich auch bei den Mutationen funktionieren. Lesen Sie hier: Corona-Impfung: Hält Angela Merkels ihr Versprechen?

Lauterbach argumentierte: „Das Virus lernt sich auszubreiten. Das spricht dafür, dass wir damit noch viel mehr zu kämpfen haben. Es kann sein, dass wir am Schluss Mutationen haben, gegen die wir nicht mehr impfen können.“ Hendrik Streeck beschrieb die Corona-Mutationen dagegen als „Evolution in the Making“. Eine Situation, in der kein Impfstoff mehr helfen würde, sei für ihn nicht vorstellbar.

Politik: Mehrheit der Bevölkerung mit Corona-Politik unzufrieden

Wie blickt die Bevölkerung auf die Corona-Politik? Laut ARD-Deutschlandtrend seien die Deutschen zunehmend unzufrieden mit dem Krisenmanagement von Bund und Ländern. Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte Verständnis: Er kritisierte die „Salami-Taktik“, sehe eine generelle „Pandemiemüdigkeit“.

Zur „Gewaltexplosion in den Niederlanden“ und den heftigen Protesten gegen eine von der niederländischen Regierung verhängten nächtlichen Ausgangssperre wollte Moderatorin Sandra Maischberger wissen: „Ist sowas auch in Deutschland möglich?“

„Bild“-Journalist Claus Strunz wollte eine ähnliche Situation in Deutschland zwar nicht ausschließen – gleichzeitig merkte er an, dass die Ausschreitungen in den Niederlanden nicht nur eine „Folge der Corona-Pandemie“ seien. „funk“-Journalistin Eva Schulz hielt ähnliche Szenen für „unwahrscheinlich“. Für sie sei aber klar, dass besonders jüngere Menschen den deutschen Föderalismus deutlich kritischer sehen würden.

Wahlkampf: Frauenquote entscheidet nicht über grüne K-Frage

Mit dem Auftritt des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck kamen zunächst die großen außenpolitischen Fragen in den Maischberger-Talk. Stichwort Donald Trump: „Ein bisschen mehr Klartext wäre wahrscheinlich hilfreich gewesen“, kritisierte der Grünen-Chef die Kommunikation der europäischen Politik während der Trump-Jahre.

Auf den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping angesprochen, befand Habeck deutlich: „China ist strategischer und politischer Gegner Europas.“ Wichtige Fragen, doch Moderatorin Sandra Maischberger wollte schnell zum Elefanten im Raum – der grünen K-Frage. Auch interessant: Geldwäsche: Grünen-Chef Habeck für Bargeld-Obergrenze

Bekommen wir im Superwahljahr 2021 eine grüne Kanzlerkandidatin oder einen grünen Kanzlerkandidaten? Baerbock oder Habeck? Auf die von den Grünen durchaus wertgeschätzte Frauenquote erklärte Habeck: „Die Frauenquote wird nicht über die Kanzlerkandidatur der Grünen entscheiden." Und: „Wir werden das gemeinsam entscheiden.“

Habeck widersprach zudem Maischbergers Einschätzung, seine Partei stelle sich auf eine schwarz-grüne Regierungskoalition ein: „Im Bundestag wird es heißen Grün gegen Schwarz. Wir kämpfen um die Führungsrolle“. Das klang nach einer Kampfansage.

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