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Warum das „Tatort“-Jubiläum Jörg Hartmann unter Druck setzte

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Das sind die beliebtesten Tatort-Kommissare

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Zum 50. Geburtstag der Krimireihe gibt es eine „Tatort“-Doppelfolge. Für Jörg Hartmann war der Dreh eine besondere Herausforderung.

Essen. Am 29. November ist Jubiläum. Da ist es auf den Tag genau 50 Jahre her, dass sich der Hamburger Kommissar Paul Trimmel, verkörpert von Walter Richter, ins „Taxi nach Leipzig“ setzt, um den Mörder eines kleinen Jungen zu jagen. Fünf Jahrzehnte später ist es Jörg Hartmann als Dortmunder Kommissar Peter Faber, der in München ermittelt – in Begleitung, aber nicht mit Zustimmung der Kollegen vor Ort.

Zwei Teams, ein Fall, normalerweise hätte der WDR da zu einem großen Presse-Event gebeten. In Corona-Zeiten geht das natürlich nicht. Und so sitzt Jörg Hartmann am anderen Ende einer Videoschalte und beantwortet den ganzen Tag lang Fragen zum Zweiteiler „In der Familie“.

Zum Beispiel die, wie er es findet, Teil dieses Jubiläums zu sein. „Als ich hörte, dass wir dabei sind, fand ich die Vorstellung reizvoll“, sagt Hartmann. Obwohl er natürlich wusste, von so einem besonderen „Tatort“ „wird viel erwartet“. Zwei Sender, jede Menge Beteiligte: „Da ist Druck im Spiel.“

Corona: Die Pandemie brachte die Dreharbeiten vorerst zum Erliegen

Wie groß dieser Druck werden würde, ahnt allerdings niemand, als die Dreharbeiten vor knapp einem Jahr in Dortmund starten. Dort haben sie am Lütgendortmunder Hellweg ein griechisches Restaurant in eine Trattoria verwandelt, die von der Mafia als Umschlagplatz genutzt wird. Und alles, was stört, sind schlechtes Wetter oder Passanten, die versehentlich vor die Kameras laufen. Den für März 2020 geplanten Dreh der Fortsetzung aber, der in München spielt, bringt Corona zum Erliegen.

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Erst im Frühsommer geht es weiter. „Da lag dann eine gewisse Nervosität über der Produktion. Wir waren ja spät dran“, erzählt Hartmann. Und der Dreh ist aufwendig. Tests, Hygienekonzept, Mund-Nasen-Schutz bei den Proben. „Die Regeln waren streng.“ Wobei die Mund-Nasen-Masken den Herdecker am meisten gestört haben. „Sie schränken das Spiel sehr ein“, hat er festgestellt. Mitte Juli fällt die letzte Klappe,

Dortmunder „Tatort“: Aylin Tezel steigt nach dem ersten Teil der Doppelfolge aus

Das Jubiläum war gerettet. Aber eine Kollegin war verloren. Denn der erste Teil der Doppelfolge ist – wie seit längerem bekannt – der letzte Auftritt von Aylin Tezel (36), die im Dortmunder Tatort sieben Jahre lang Nora Dalay gespielt hat. „Der Abschied war traurig“, erinnert sich Hartmann. „Aylin war uns allen sehr ans Herz gewachsen. Es ist schon schade, dass sie geht.“ Lesen Sie dazu: „Tatort“: Stefanie Reinsperger wird Kommissarin in Dortmund

Verstehen aber kann er die Kollegin, die nach eigener Aussage „neue künstlerische Herausforderungen“ sucht. „Ich habe auch nicht vor, bis zur Rente Kommissar Faber zu spielen“, sagt Hartmann, erstickt eventuell aufkommende Vermutungen aber schon im Keim. „Nein, es gibt keine Pläne, aus dem Dortmunder Tatort auszusteigen.“ Zwei neue Fälle sind bereits abgedreht und sollen 2021 im TV laufen, weitere sind geplant.

Hartmann über das Ruhrgebiet: „Die Gegend hat mich geprägt“

Und auch wenn er mit Partnerin und Kindern längst in Potsdam lebt, ist Hartmann auch immer wieder im Ruhrgebiet. Dort, wo er geboren wurde, wo er aufgewachsen und wo bis heute Familie zu Hause ist. „Die Gegend hat mich geprägt“, sagt er, „das ist meine Heimat.“

Den Rest des Jahres steht Hartmann nicht mehr vor einer Kamera. „Zeit für die Familie“, sagt er. Und um zu schreiben. Krimi? Was Historisches? Was zum Lachen? Hartmann lässt sich noch keine Einzelheiten entlocken. „Ich bin“, erklärt er die Zurückhaltung, „noch ganz am Anfang.“

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