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„Dschungelcamp“ – Warum ist die Staffel so erfolgreich?

Der IBES-Kandidatencheck.

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Im „Dschungelcamp“ machen Kandidaten aus Schwächen ein Markenzeichen. Wer setzt sich im Finale um den Urwald-Thron am Samstag durch?

Berlin.  „Wir machen hier kein Trash-TV, Punkt“, sagte Muskelmann und Möchtegern-Multimillionär Bastian Yotta im „Dschungelcamp“. Ein Satz, der selbst bei ihm als besonders unsinnig herausstach. Natürlich ist es Trash-TV. Und das ist ja das Schöne!

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ gucken, das ist auch in diesem Jahr wieder so, wie spätabends am Fastfoodlokal vorbeizufahren, obwohl man sich doch eigentlich gesund ernähren wollte. Hinterher fühlt man sich ein bisschen schuldig – aber schön war’s.

In ihrer 13. Staffel nimmt die altgediente Mutter aller Trash-Shows wieder Fahrt auf. Die Quoten stimmen, einmal konnte die Sechs-Millionen-Marke geknackt werden, der Marktanteil bei jungen Zuschauern lag mehrmals bei sensationellen 40 Prozent und mehr.

Bei Frauen würde man sagen: Zickenkrieg

Der Erfolg liegt einmal daran, dass RTL diesmal auch auf Kandidaten setze, die eine Vorgeschichte miteinander haben. Da waren etwa die bezaubernde Evelyn Burdecki und der bräsige Domenico de Cicco, die bei „Bachelor in Paradise“ ein Paar waren und sich nun im Camp die Hölle heiß machten.

Und natürlich sind da Yotta und Currywurst-Unternehmer Chris Töpperwien, einst Kurzzeit-Kumpels, jetzt Streitgockel. Ihr halbherzig gehobener „Schatz der Versöhnung“ (Yotta) schien wie der Pakt zweier Teufel.

Einen Handyvertrag würde man mit beiden nicht abschließen wollen, ihnen aus sicherem Abstand beim Kampf um die Hackordnung – wären es Frauen, spräche man von Zickenkrieg – zuzusehen, hat Unterhaltungswert.

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Die Erotiksternchen enttäuschten bei der Staffel

Auch der bizarre Charme von Kandidatin Gisele Oppermann war schaurig-schön. Sie war gebucht worden, weil sie im Ruf steht, viel zu weinen. Sie lieferte und öffnete ihre Schleusen. Der Dschungel-Wasserfall wirkte daneben wie ein Rinnsal. „Ich bin kein weinerlicher Typ, ich bin eine starke Frau“, beteuerte das Model, als unsere Redaktion sie nach ihrem Rauswurf anrief.

„Aber ich kann natürlich auch Emotionen zeigen. Ich habe meine Ängste überwunden und bin voll im Reinen mit mir.“ Gerade würde sie ein T-Shirt mit der Aufschrift „Heulsuse“ tragen.

Diese Frau hat wesentliche Mechanismen des Trash-TVs begriffen: Aus Schwächen gilt es ein Markenzeichen zu machen.

Enttäuscht haben dagegen die Erotiksternchen Sibylle Rauch und Leila Lowfire. Feurig sind allein die Künstlernamen der Damen.

Für Gisele Oppermann steht die Favoritin fest

Das größte Highlight des diesjährigen Dschungels aber ist eigentlich kein helles Licht. Evelyn Burdecki (O-Ton: „Dein Gehirn spürst du ja nicht.“) macht jedoch ihre Wissenslücken mit Herz und Humor wett.

„Eine Fehlbildung habe ich jetzt nicht. Ein bisschen Bildung habe ich“, wehrte sie sich gegen Spott. Die polnischstämmige Düsseldorferin surft schon seit Jahren durch sämtliche Reality-TV-Formate, jetzt ist die Dschungelkrone zum Greifen nah.

Oppermann jedenfalls sieht sie als Favoritin: „Sie ist positiv, sie ist mutig. Sie hat es einfach verdient.“ Wer tatsächlich den Dschungelthron besteigt, zeigt sich beim Finale am Samstag. Am Sonntag folgt das Wiedersehen im Baumhaus. Und dann wird es mal wieder Zeit für einen Arte-Themenabend.

Dschungelcamp 2019: Die wichtigsten Fragen und Antworten

„Dschungelcamp“, täglich, 22.15 Uhr, RTL