Vox-Show

„Höhle der Löwen“: Wärmflasche bringt Ralf Dümmel zum Kochen

Lesedauer: 8 Minuten

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.

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In der letzten „Höhle der Löwen“-Folge gaben die Investoren nochmal alles. Zwischen Ralf Dümmel und Georg Kofler wurde es ganz hitzig.

Berlin.  Über 10 Millionen Euro wurden in der aktuellen „Die Höhle der Löwen“-Staffel investiert. Der teuerste Deal aller Zeiten kam zustande, und Carsten Maschmeyer sowie Ralf Dümmel investierten 1,5 Millionen Euro in Schlaftabletten. Und immer wieder gingen die Investoren mit arroganten Gründern und ihren überzogenen Firmenbewertungen hart ins Gericht.

Nach zwölf Folgen endet nun die fünfte Staffel der Vox-Gründershow. Sie bot noch einmal ein Potpourri an eher unnötigen Produkten und bestens vorbereiteten Erfindern.

Die Start-ups aus Folge 12 im Überblick:

• EinStückLand:

Hinrich Carstensen und Lina-Louisa Kypke haben ein Herz für Tiere. Das Paar aus Hamburg verkauft Fleisch von schottischen Gallowayrindern aus artgerechter Haltung. Ihr Onlineshop dient dabei als eine Art Marktplatz, auf dem sich Bauern und Verbraucher treffen.

Das Besondere an ihrem Konzept: Erst wenn ein Tier komplett vermarktet ist, wird es getötet. Die Kunden können dann Fleischpakete von 6,5 Kilogramm für 175 und 185 Euro (Filet) kaufen. Für EinStückLand wollen Hinrich Carstensen und Lina-Louisa Kypke 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Carsten Maschmeyer ist begeistert von der Idee: „Auch die Naturvölker haben nur gejagt, wenn sie Hunger hatten.“ Frank Thelen übt dagegen scharfe Kritik: Der hohe Preis für die Fleischpakete stößt ihm bitter auf. Auch mit dem Umsatz können die Hamburger nicht überzeugen. „Ich mag keine überzogenen Bewertungen“, erklärt Thelen.

Georg Kofler lässt sich als einziger „Löwe“ zu einem Angebot hinreißen – das die Start-up-Gründer allerdings ablehnen.

• Safaya:

In der „Höhle der Löwen“ haben die Zuschauer schon viele Lifestylebrands und unnütze Produkte kennengelernt. Tahnee Laternser und Julian Straube aus Düsseldorf haben sich vorgenommen, Pfeffersprays „schön, sexy und attraktiv“ zu machen.

Ihre Abwehrsprays für Frauen sind mit kleinen Glitzersteinchen verziert und etwa so groß wie ein Lippenstift. Um ihr Produkt weiterzuentwickeln, hätten die Düsseldorfer gerne 100.000 Euro. Dafür würden sie 20 Prozent Unternehmensanteile locker machen.

Carsten Maschmeyer und Frank Thelen haken nach und wollen mehr über die Gründer wissen. Dabei erfahren sie, dass Tahnee Laternser zwar Ideengeberin und Erfinderin des Produkts ist, allerdings nur 12 Prozent Anteile besitzt. Die „Löwen“ sind geschockt. „Es kann nicht sein, dass du da so klein beteiligt bist“, spricht Thelen Klartext.

Ralf Dümmel, der laut einer Studie der investierfreudigste „Löwe“ ist, schreckt die ungleiche Verteilung nicht ab. Er erzielt für seine 100.000 Euro ganze 25 Prozent Firmenanteile. Vermutlich waren die Investoren geblendet von Dümmels Glitzeranzug.

• Realtrue:

Apropos Lifestylebrand. Caroline Hirt aus der Schweiz bringt unter ihrem Label Realtrue luxuriöse Handtaschen, Portemonnaies und Rucksäcke an die Frau. Der Clou: Für die Taschen verwendet sie Fischhaut des Pirarucu, eines der größten Speisefische Brasiliens.

„Die Fischhaut wird direkt von den Ureinwohnern am Amazonas abgekauft“, erklärt die 47-Jährige den „Löwen“. In Italien werden die Luxusbeutel dann produziert. Der stolze Preis für so eine Fisch-Tasche: etwa 2000 Euro. Hirst braucht 150.000 Euro, um die Produktion anzukurbeln. 30 Prozent der Firmenanteile würde sie dafür abtreten.

Bei den Investoren kommt Realtrue nicht so gut an. Das Risiko sei zu hoch, sagt Carsten Maschmeyer. Judith Williams ist zwar von der Qualität der Taschen überzeugt, aber von dem so hohen Preis für die Accessoires verunsichert. So muss Caroline Hirst ohne Deal die „Höhle der Löwen“ verlassen.

• Man Upgrader:

Seit 20 Jahren arbeitet Frank Hard als Make-up-Artist. Er kennt sich also aus mit Beautyprodukten. Dabei kam der Kölner auf den Trichter, dass die Männerwelt bisher nur schlecht versorgt ist mit Kosmetika. Deshalb entwickelte er ein Pflegeprodukt für den Mann, eine getönte Tagescreme, die Augenringe und Unreinheiten abdeckt.

Um die Creme an die Männerhaut zu bringen, verlangt Hard 75.000 Euro und bietet dafür zehn Prozent seiner Firmenanteile.

Frank Thelen hat er direkt an seiner Seite. Vor allem das Design und die Haptik des Man Upgrader gefallen dem Unternehmer: „Ich kann den anderen billigen Ramsch nicht mehr ertragen“, teilt er gegen andere Gründer aus.

Carsten Maschmeyer dagegen gibt dem Make-up-Profi direkt einen Korb: „Ich hasse Cremes.“ Er würde lieber auf Sonne verzichten und sich nur im Schatten aufhalten, als nur einmal Sonnencreme in die Nähe seines Körpers zu lassen. Anscheinend ein sensibles Thema für den „Löwen“.

Georg Kofler ist da entspannter im Umgang mit der Männerpflege. Er will Man Upgrader in die Shops bringen, stellt dafür allerdings eine heftige Forderung: Kofler will 150.000 Euro investieren, dafür aber mit 49 Prozent an der Firma beteiligt sein. Frank Hard muss tatsächlich nicht lange überlegen und schlägt ein.

• Tonefit:

Gefühlt jede Woche werden in der „Höhle der Löwen“ neue, angeblich revolutionäre Fitnessgeräte vorgestellt. In der zwölften Folge versuchen es Diana und Michael Failer mit einem Gürtel, der beim Joggen die Oberkörpermuskulatur mittrainieren soll. Der Verkaufspreis des „Cowboygürtel“, wie Diana Failer ihn nennt, ist happig. 200 Euro sollen Sportbegeisterte dafür blechen. Das Angebot an die „Löwen“: 200.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Dass Judith Williams, Frank Thelen und Carsten Maschmeyer sich für Tonefit nicht ins Zeug legen, kann man nicht behaupten. Alle drei schnallen sich den Gürtel um und sporteln durch das Vox-Studio. Frank Thelen findet sogar endlich heraus, wo sich eigentlich seine Hüftknochen befinden.

Der Tonefit-Gürtel bringt also viel Erkenntnis, löst aber nur bei Frank Dümmel (und vielleicht noch seinen Walking-begeisterten Eltern) Jubel aus. Er handelt für die 200.000 Euro 30 Prozent der Firmenanteile aus.

"Die Höhle der Löwen": Das sind die No-Gos für Juror Frank Thelen
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• Troy:

Vorläufer der Wärmflasche gab es bereits im 18. Jahrhundert. Auch heute dürfen die Kunststoff-Behälter in keinem Haushalt fehlen. Nachdem sich eine Freundin an ihrer heißen Wärmflasche verbrannt hatte, verschrieben sich die Gründer Benjamin Ohmer und Volker Junior dem Traditionsprodukt.

Ihre innovative Troy-Wärmflasche soll die Verbrennungsgefahr vermindern und doppelt so lange wie konventionelle Wärmflaschen warm halten. Sogar einen Sicherheitsverschluss haben die Münchener entwickelt, der durch ein Schlüssel-Schloss-Prinzip verhindert, dass Kinder oder Demenzkranke die Wärmflasche ungewollt öffnen. Die gewünschte Summe des Duos: 200.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Frank Thelen zieht sich direkt zurück. Er habe noch nie eine Wärmflasche benutzt. „Ich habe keine, ich will keine.“ Deutlicher kann man es nicht sagen. Doch nach der brutalen Absage entwickelt sich ein kleiner Bieterwettkampf zwischen Ralf Dümmel, Georg Kofler und Dagmar Wöhrl.

Ralf Dümmel überschlägt sich mit Lobpreisungen auf seine bisherige Arbeit – sehr zum Ärger von Konkurrent Kofler. „Ralf, ich hab dich in Mega-Tönen dich selbst preisen lassen. Nun bin ich dran“, zischt Kofler leicht angenervt in Richtung Dümmels, der beleidigt die Mundwinkel verzieht. So sieht wohl ein Hahnenkampf aus. Am Ende freut sich die Dritte: Dagmar Wöhrl bekommt den Deal mit den Gründern.

2019 kommt neue Staffel „Die Höhle der Löwen“

Im kommenden Jahr geht es weiter mit den „Löwen“ und kreativen Start-ups. Dann sogar mit einem siebten Investor.

Neben Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl, Frank Thelen und Ralf Dümmel ist Nils Glagau an Bord. Er ist Geschäftsführer von Orthomol, das Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel produziert.

Die „Löwen“ Frank Thelen und Judith Williams werden dafür etwas kürzer treten. Im Interview verriet die 46-Jährige, dass sie nur investiert, wenn ein Produkt sinnvoll und qualitativ hochwertig ist.