ARD-Krimi

So nehmen Twitter-Nutzer Til Schweigers „Tatort“ auseinander

Die ARD zeigt Til Schweigers Kino-Tatort „Tschiller – Off Duty“.

Die ARD zeigt Til Schweigers Kino-Tatort „Tschiller – Off Duty“.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Til Schweiger ist ein Schauspieler, der häufig polarisiert. Das zeigt sich auch an den Kommentaren zu seinem Kino-„Tatort“.

Berlin.  Die ARD wagte ein kleines Experiment: Sie zeigte Til Schweigers Kino-„Tatort“ „Tschiller – Off Duty“. Warum ein Experiment? Der Film lockte 2016 nur etwa 260.000 Menschen in die Kinos. Und das soll jetzt im Fernsehen besser werden?

Es ist klar, dass den Film zur besten Sendezeit im Free-TV an einem Sonntagabend deutlich mehr Leute sehen. Zumal zeitgleich kein Fußballspiel bei der WM läuft. Wirklich glücklich scheinen viele mit der Wahl des Programms aber nicht zu sein, wie Kommentare vieler Twitter-Nutzer zeigen.

„Tatort“ mit Schweiger sorgt nicht für Freude bei Nutzern

„Hallo @ARD_Presse, möchtet Ihr nicht die Wiederholung von Deutschland --Südkorea zeigen? Wäre auch nicht schlimmer“, fragte ein Nutzer und meinte damit das blamable Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der WM.

Dabei könnte der „Tatort“ gerade jetzt zur Fußball-WM nicht passender sein. Schließlich spielt der Krimi unter anderem im Moskau, wo am 15. Juli auch das Finale der Weltmeisterschaft stattfindet, wie auch Twitter-Nutzer Dennis Horn nicht entgangen ist:

„Tschiller reist jetzt nach Moskau hinterher, platzt mitten ins Finale zwischen Frankreich und England, schießt das entscheidende Tor im Elfmeterschießen, und England ist Weltmeister. Guter #tatort!“

Daran glaubt Nutzerin Joan Bleicher nicht. Schon vor Beginn des Films, der sogar 40 Minuten länger als ein normaler „Tatort“ war, schrieb sie: „#tatort heute: Tochter weg, Tschiller bumm bumm bäng bäng Tochter wieder da Ende.“

Nutzerin Fatima Griezmann fand, dass Zuschauer, die den Schweiger-Tatort gut finden, unter anderem auch Wurzelbehandlungen beim Zahnarzt oder Tintenfisch mit Rosenkohl mögen würden. Zudem hatten viele Zuschauer Probleme, Schweiger richtig zu verstehen. „Den türkischen Taxifahrer untertiteln, aber den Schweiger nicht?“, schrieb eine.

Anderen Nutzern fiel dagegen auf, dass Schweigers Tochter häufig an der Seite ihres Vaters in Filmen zu sehen ist. Nutzer Imre Grimm titelte deshalb: „Arbeitstitel für diesen #Tatort: ‘Schwiegertochter gesucht’.

Bei anderen Nutzern sorgte der „Tatort“ aber dann doch noch für Überraschungen: „Wenn du denkst, du hättest alles gesehen, fährt Nick Tschiller auf dem roten Platz im Mähdrescher vor“, schrieb „thore“.

„Der #Tatort!!! Heute mit besonders vielen Satzzeichen!!!“

Doch nicht alle konnten dem allgemeinen Schweiger-Bashing etwas abgewinnen. „Ich verstehe nicht, warum der Tatort von manchen geschaut wird, die Til Schweiger grundsätzlich doof finden“, schreibt Nutzerin Viktoria Waldorf. Und weiter: „Dann schaltet doch weg, oder habe ich die Zwangseinladung diesen Tatort schauen zu müssen, nicht bekommen?“

Selbst die ARD weiß, dass Til Schweiger bei vielen Twitter-Nutzern einen nicht gerade leichten Stand hat. Das bewies der Sender auch mit einem ironischen Tweet, der auf Schweigers lockeren Umgang mit Ausrufzeichen in seinen Beiträgen in den sozialen Netzwerken anspielt: „Der #Tatort!!! Heute mit besonders vielen Satzzeichen!!!“ (bekö)

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