ProSieben-Show

Mathe-Lehrer lässt desolatem Henssler keine Chance

Vier Fakten über TV-Koch Steffen Henssler
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Bei „Schlag den Henssler“ ging’s um eine Million Euro. Das alleine brachte aber keine Spannung. Steffen Henssler allerdings auch nicht.

Berlin.  Elton hat es schon früh geahnt. Für TV-Koch Steffen Henssler sah es nicht gut aus bei „Schlag den Henssler“. Der Raab-Nachfolger hatte gerade die fünfte Klatsche kassiert – im fünften Spiel. „Das könnte ein kurzer Abend werden“, orakelte der Moderator.

Ja, hätte es werden können. Denn Henssler präsentierte sich so lustlos, so schlaff, dass man sich fragen musste, ob er überhaupt ein Spiel gewinnen kann.

„Ich bin nicht dafür da, das Geld herzuschenken“, hatte Steffen Henssler noch zu Beginn getönt. Eine Million Euro standen auf dem Spiel. Doch anders als Stefan Raab, der immer auf Sieg spielte und vor Ehrgeiz brannte, wirkte Henssler wie ein Statist. Jemand, der nur dazu da ist, brav den Koffer voller Geld zu überreichen.

Steffen Hensslers Gegner: schneller, robuster, mit Siegeswille

Und jetzt das Überraschende: Die Entscheidung ist trotzdem erst um 01:05 Uhr gefallen.

Denn irgendwann fing der TV-Koch doch noch an mitzuspielen. Hat aber auch nichts mehr gebracht: Denn Hensslers Gegner, der 37-jährige Xabier, war turmhoch überlegen. Er zerlegte seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst.

Egal, ob beim Klassiker „Blamieren oder Kassieren“, beim Billard oder als es darum ging, richtige von falschen Promi-Namen zu unterscheiden: Der Mathe- und Sportlehrer war gedanklich schneller, körperlich robuster und wollte den Sieg unbedingt.

Wieso Stefan Raab fehlt

Dass eine Millionen Euro auf dem Spiel standen, merkte man dem vierfachen Vater nicht an. Souverän spulte er sein Programm ab und ließ sich auch von Rückschlägen – ja, auch der Henssler gewann drei Spiele – nicht beeindrucken. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen: Mit Stefan Raab wäre das nicht passiert.

Der ging immer an die Grenze und darüber hinaus und besiegte so auch Gegner, die – zumindest auf dem Papier – stärker waren als er selber. Umso größer die Freude, wenn Raab dann doch strauchelte und von seinem Konkurrenten auf die Matte gelegt wurde.

Bei Steffen Henssler fehlt all das. Im Gegenteil: Fast schon musste man Mitleid haben mit ihm, als er etwa in einem Spiel mit seinem Dreirad gleich mehrmals in die Bande krachte. Oder wenn er mal wieder die Regeln nicht blickte.

ProSieben kämpft mit Manipulationsverdacht

„Was ist denn los heute?“, fragte der Henssler. War halt nicht sein Tag. Und auch für ProSieben lief es nicht so wie geplant. Das Online-Voting, mit dem der Henssler-Herausforderer bestimmt werden sollte, musste ausgesetzt werden. Der Grund: Manipulationsverdacht.

„Es hat Unregelmäßigkeiten gegeben“, klärte Moderator Elton Publikum und Zuschauer auf. Hach, dieses Internet. Einfach unberechenbar. Und so wurde eben – ganz klassisch – wieder zum Telefon gegriffen. Ganz so wie in den guten, alten Raab-Zeiten.

Werbung und Musik zerstören Spielfluss

Was sich auch nicht geändert hat: Pro Sieben füllt seine Abendshows mit Werbeblöcken und Unterbrechungen. Das zerstört den Fluss. Dann etwa, wenn einzelne Spiele durch Werbung und Gesangsunterbrechungen zerschossen werden. Dynamik, Spannung? Egal, erstmal Musik.

Kandidat Xabier ließ sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen. Weil er cleverer und körperlich fitter als TV-Koch Henssler war, war sein Sieg in keiner Sekunde gefährdet. Gut für Xabier, schlecht für alle Zuschauer, die sich auf ein packendes Duell um eine Million Euro gefreut hatten. Nur viel Geld im Jackpot reicht eben nicht, um Spannung zu erzeugen.

„Das war nicht mein Abend“, meinte der Henssler hinterher. Das kann man wohl laut sagen.