Vox-Show

Diese Berliner Gründer treiben Frank Thelen zur Weißglut

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.

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In der „Höhle der Löwen“ stellten wieder Gründer ihre Unternehmen vor. Doch der Traum von einem Deal erfüllte sich nicht für jeden.

Berlin.  Womit kann man in „Die Höhle der Löwen“ punkten? Vor allem mit Unternehmergeist, einer guten Idee – und einer angemessenen Bewertung. Doch auch nach mehreren Staffeln der Show pokern manche Gründer noch immer zu hoch. So wie auch zwei Gründer aus Berlin. Sie zogen mit ihrer Präsentation den Unmut von Löwe Frank Thelen auf sich.

Gnadenlos durchgefallen

Sener Abanozoglu (37) und Nejmettin Cinar (52) haben mit „FluxPort“ eine Station zum kabellosen Laden von Handyakkus erfunden, die vor allem unterwegs für immer geladene Akkus sorgen soll. Von ihrem Produkt waren die beiden Berliner so überzeugt, dass sie bereits selbst knapp eine Million Euro investierten. Nun wollten sie von den Löwen noch einmal dieselbe Summe bekommen und dafür zehn Prozent ihrer Firma abtreten. Nur die Begeisterung für das Produkt blieb bei den Investoren aus.

Das hatte auch einen simplen Grund: die hohe Bewertung. Vor allem Frank Thelen platzte fast der Kragen. „Warum seid ihr neun Millionen Euro wert?“, wollte er von ihnen wissen. Doch auf die Frage bekam er nur ungenügende Antworten. Denn viel mehr als Hoffnung, Wunschdenken und ihren Optimismus konnten die Gründer nicht vorbringen.

Thelen war sauer und enttäuscht. Er attestierte ihnen einen „ganz, ganz schwachen Auftritt“ und ärgerte sich maßlos über ihren Pitch. „Das macht ja den anderen Gründern das Leben schwer, hier mit so einem Blödsinn reinzukommen“, beschwerte er sich. Die anderen Löwen sahen das ähnlich. Kein Investment für die beiden Gründer.

Tinder fürs Essen

Das perfekte Restaurant zu finden, ist sowohl in der eigenen Stadt als auch im Urlaub nicht immer leicht. Abhilfe wollen da Malte Steiert (24) und Finn Fahrenkrug (26) aus Hamburg schaffen. Sie haben mit „Foodguide“ eine App entwickelt, die quasi „das Tinder fürs Essen“ ist. „Die Foodguide-App richtet sich nach dem aktuellen Standort und zeigt Gerichte aus den beliebtesten Restaurants – von anderen Nutzern hochgeladen“, erläutern die Gründer. Durch das Wischen nach links oder rechts kommen Lokale in die engere Auswahl – oder werden ausgeschlossen.

Die beiden Hamburger haben mit ihrer Firma Großes vor. Im Kopf sahen sie sich schon den US-Markt erobern. Doch Frank Thelen bremste die beiden aus. Er riet ihnen von einem voreiligen Schritt in die USA ab und sprach dabei aus eigener Erfahrung.

Die Idee selbst kam bei den Coaches allerdings gut an. Investieren wollte letztendlich aber nur Carsten Maschmeyer – und das zu deutlich anderen Konditionen, als es sich die Gründer gewünscht hätten. Die benötigten 450.000 Euro wollte er ihnen für 31,6 Prozent der Firmenanteile geben.

Eigentlich waren die Gründer nur bereit, 15 Prozent abzutreten. Doch bei einem Deal mit Löwe Maschmeyer konnten sie nicht Nein sagen. Nach ein paar Schlückchen Wein sagten sie zu – und hoffen auch weiter auf das große Amerika-Geschäft.

Echte Frauenpower

Wieso gibt es eigentlich keine vernünftige Festivalbekleidung? Das fragte sich Angelika Hansen (51) aus Bremerhaven. Sie war bereits erfolgreiche Geschäftsfrau, zog sich allerdings wegen eines Burn-outs vor einer Weile aus allem zurück. Stattdessen arbeitete sie im Museum, wo ihr auch die Idee für ihr neues Business kam: die „RubberBÜX“, eine Festivalhose für alle Wetterlagen. Die wasserabweisende Gummi-Latzhose gibt es in drei Farben und sie kann mit Lackstiften selbst verziert werden – ein echtes Unikat also.

Beim Verkauf ihrer Hose war die 51-Jährige bislang jedoch vom Pech verfolgt. Auf dem Hurricane-Festival musste sie ihren Verkaufsstand aufgrund schwerer Unwetter schließen. Und kurz danach war die Festivalsaison für sie ganz gelaufen, da sie sich um ihre schwer kranke Mutter kümmern musste. Doch obwohl sie bislang nur wenige Hosen verkaufen konnte, ist die weibliche Investorenriege begeistert von ihr. Gemeinsam wollen Dagmar Wöhrl und Judith Williams investieren.

Für 20.000 Euro Kapital wollten sie allerdings stolze 51 Prozent der Firma für sich beanspruchen. Angelika Hansen wollte eigentlich lediglich 25 Prozent abgeben. Aber bei der geballten Frauenpower konnte sie am Ende nicht widerstehen und freute sich über die künftige Zusammenarbeit mit den beiden Investorinnen.