Vox-Show

Pizza-Öl heizt den Investoren in der „Höhle der Löwen“ ein

Lesedauer: 6 Minuten

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.

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Von Pferdeschuhen bis smarte Steckdosen: In der „Höhle der Löwen“ wurden kreative Produkte vorgestellt. Für Begeisterung sorgte Öl.

Berlin.  Um in der „Höhle der Löwen“ bei Vox einen Deal an Land zu ziehen, braucht es clevere Geschäftsleute, eine geniale Idee und einen guten Pitch. Ganz wichtig dabei: Der Firmenwert sollte realistisch bewertet sein.

Dass einige Gründer immer wieder an diesem Punkt scheitern, lässt nicht nur Investor Frank Thelen regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Auch am Dienstagabend zeigte sich wieder, dass einigen Start-up-Anfängern ein wenig mehr Realitätssinn nicht schaden würde.

Gründer wollen Tiefkühlpizzen pimpen

Bei den Gründern von Mioolio hätten sich die Kandidaten aber eine (Pizza-)Scheibe abschneiden können. Luigi Stella (41) und Taner Gecer (39) aus Düsseldorf heizten den Investoren mit einem Knoblauch- und Chili-Öl ein, das jede Tiefkühlpizza pimpen soll. Ein unglaublich großer Markt, wie die beiden behaupteten. „700 Millionen Tiefkühlpizzen werden im Jahr verkauft“, so die Gründer.

Für Mioolio hatten Stella und Gecer, die sich seit 20 Jahren kennen, sogar ihre Jobs gekündigt. Dafür verlangten sie nun auch 30.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Das kam bei den Löwen gut an. So gut, dass Judith Williams gar nicht erst verhandeln wollte. Ralf Dümmel dagegen war risikobereit und verlangte einfach mal 25,1 Prozent am Unternehmen. Dagmar Wöhrl legte für die 25,1 Prozent sogar 10.000 Euro drauf. Ein klasse Angebot.

Die Entscheidung von Luigi Stella und Taner Gecer überraschte dann den Zuschauer. Sie entschieden sich für Dümmel. „Uns es geht es nicht ums Geld, sondern um die Kontakte“, erklärten die Düsseldorfer ihre Wahl.

Auch die Gründer Elena und Julian Musiol konnten einen Deal eintüten. Ihr Produkt Pony Puffin, das den Pferdeschwanz der Damen fülliger aussehen lässt, hatte sogar für Streit zwischen Judith Williams und Ralf Dümmel gesorgt, die beide unbedingt investieren wollten. So aufbrausend zeigten sich die Investoren selten.

Ein etwas fragwürdiges Sportgerät

Für etwas weniger Begeisterung sorgte Ariane Goeringer (22) mit ihren Eltern Rainer (54) und Sandra (51). Die Familie präsentierte das Fitnessgerät Sywos, mit dem Sportliebhaber zuhause und unterwegs trainieren können. Im Verkauf war das Teil da noch nicht. Trotzdem verlangten die Gründer 100.000 Euro und wollten dafür zehn Prozent der Firma abgeben.

Frank Thelen schlug da nur die Hände über dem Kopf zusammen und war sofort raus. Carsten Maschmeyer ging mit den Gründern hart ins Gericht: „Mir gefällt das Logo nicht.“ Auch der Umstand, dass es bisher keinen Kunden gibt, kritisierte der Unternehmer – und stieg aus. Auch Judith Williams war nicht überzeugt und machte sich beim Probetraining über das Gerät lustig: „Ich komme mir vor wie beim Fahrrad aufpumpen.“

Dagmar Wöhrl dagegen zeigte Erbarmen und konnte sich mit Familie Goehringer einigen. Nun soll das Sportgerät in die Hotels und Fitnessstudios ihres Unternehmens einziehen.

„Hauspuschen für Pferde“ – So sollte man es nicht machen

Wie wichtig eine faire Firmenbewertung und ein guter Pitch in der „Höhle der Löwen“ sind, merkten schnell Simon Salowsky (25) und Bennet Klein (22). Sie hatten großspurig eine „Revolution im Pferdesport“ angekündigt und einen Hufschutz für die Vierbeiner präsentiert. Sogar tierische Unterstützung gab es: Ein Pferd führte das Produkt vor.

Doch als Carsten Maschmeyer lapidar von „Hauspuschen für Pferde“ sprach, hätten die Münchener Entwickler sich bereits denken können, dass ein Deal in weiter Ferne liegt.

Das größte Problem war aber die Firmenbewertung. Salowsky und Klein wollten 250.000 Euro für 15 Prozent Anteile an ihrer Firma Goodsmith – ohne bisher einen einzigen Pferdeschuh verkauft zu haben. „Welcher Teufel hat euch beraten, mit so einem Firmenwert anzukommen?“, fragte Ralf Dümmel sichtlich geschockt. Auch alle anderen Löwen schlugen einen Deal aus. Für die Gründer wird der Auftritt wohl eine Lektion gewesen sein.

"Die Höhle der Löwen": Das sind die Juroren
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Genauso wie für Sebastian Simon. Der 26-Jährige hatte den Wert seines Start-ups Erledigungen.de, das Kunden anbietet, für sie Behördengänge zu übernehmen, auch viel zu hoch eingeschätzt. Die Investoren zeigten kein Mitgefühl und Simon verließ das Vox-Studio ohne Geld.

So geht verhandeln – Der „Höhle der Löwen“-Höhepunkt

Ein Höhepunkt der Folge war der Auftritt von Eugen Pflüger (42), Nikolaj Klebert (32) und Malte Janduda (29). Sie stellten Parce vor, ein smarter Steckdosenaufsatz, der aus dem alten Toaster einen intelligenten Haushaltsgegenstand macht. Die Männer verlangten dafür 500.000 Euro und waren bereit, zehn Prozent an Parce abzugeben.

Smarte Kaffeemaschinen und Toaster? Ralf Dümmel, Judith Williams, Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl standen Fragezeichen im Gesicht. Zukunftsfähig sind die Löwen anscheinend noch nicht.

Nur Frank Thelen blieb am Ball. „Der Bereich ist hart umkämpft, aber wie ihr euch präsentiert habt, das war sehr schlau“, sagte er und machte ein Angebot: 500.000 Euro für 25 Prozent am Unternehmen. Doch das war noch nicht das letzte Wort.

So merkte Frank Thelen schnell, dass die Parce-Inhaber ihr Produkt nicht unter Wert verkaufen würden – und legte mit einem zweiten Angebot nach. Für das Investment verlangte er nur noch 20 Prozent Firmenanteile. Die Gründer blieben stur und machten klar, dass sie nicht mehr als 15 Prozent abgeben würden. Gut gepokert: Frank Thelen schlug zu. Der Auftritt zeigte, wie gleichberechtigte Verhandlungspartner aussehen.