Eco-Test

Zu dreckig – ADAC kritisiert moderne Diesel und Benziner

Beim Eco-Test von ADAC konnten die meisten Automodelle nicht überzeugen. Viele Fahrzeuge wiesen einen höheren Schadstoffausstoß auf als angegeben.

Foto: Harold Cunningham / Getty Images

Beim Eco-Test von ADAC konnten die meisten Automodelle nicht überzeugen. Viele Fahrzeuge wiesen einen höheren Schadstoffausstoß auf als angegeben.

Im neuen Eco-Test sind nur zwei von 38 Modellen empfehlenswert. Der ADAC kritisiert den Schadstoffausstoß vieler neuer Dieselfahrzeuge.

Berlin.  Selbst die neuesten Dieselmodelle auf den Straßen stoßen in der Regel mehr Schadstoffe aus als bekannt. Das ergab der neueste Eco-Test des Automobilclubs ADAC. Nur zwei von 38 untersuchten Fahrzeugen überzeugten die Tester. Das sind der Mercedes E220 d 9G-Tronic und der BMW 118d Urban Line Steptronic. "Sie schaffen es mit vier Umweltsternen als Einzige in die Gruppe der empfehlenswerten Autos", sagt der Technik-Chef des Clubs, Reinhard Kolke.

Entscheidend für das schlechte Abschneiden der meisten anderen Modelle sei das teilweise deutliche Überschreiten der gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide. Als Extremfall erwies sich dabei der Renault Capture dCi 90. Mit einem Ausstoß von 725 Milligramm Stickoxid pro Kilometer lag dieser um 900 Prozent über dem erlaubten Maximum.

Hersteller unternehmen zu wenig

Auch steht die Euronorm nicht zwangsläufig für die Sauberkeit des Motors. Einige moderne, mit der Euro-Norm-6 ausgezeichnete Fahrzeuge schnitten schlechter ab als die der Euro-5-Klasse. Die gesamten Ergebnisse hat der Autoclub online veröffentlicht.

"Die Hersteller unternehmen weiterhin viel zu wenig, um längst vorhandene Emissionstechnologien für einen effektiven Schutz der Umwelt in ihren Fahrzeugen einzusetzen", kritisiert der ADAC. Die eingesetzte Technik repräsentiere nicht den Stand des Machbaren.

5G lässt Herzen der Mobil-Technologie-Fans höher schlagen

Eine der größten Messen Europas für "Mobile Technology" findet jedes Jahr in Barcelona statt. Der Mobile World Congress lockt nicht nur über 2000 Aussteller, sondern auch zahlreiche Technik-Fans und Besucher. Wer hier vorbeischaut bekommt einen Einblick, was das nächste technische Gimmick ist, das womöglich unseren Alltag in den nächsten Jahren prägen wird. Das Zauberwort, das die Augen der "Mobilteckies" in diesem Jahr leuchten lässt, ist 5G, das die LTE-Netze ablösen und um ein Vielfaches schneller werden lassen soll. Chef-Analyst Ben Wood von CCS Insight sieht eine rosige Zukunft für die neue Übertragungstechnologie: "Wir könnten die ersten 5G Testnetzwerke dieses Jahr live gehen sehen. Dann werden wir ein gewaltiges Rennen sehen, fast schon wie ein weltweiter Rüstungswettlauf, um als erster 5G rauszubringen. Die Chinese wollen als erstes dran sein, die Japaner, die Koreaner, die Europäer und natürlich auch in Nordamerika, wo der Anbieter Verizon und andere Firmen in Wohnhäusern starten will. Denn zu Anfang wirst Du nicht damit rumlaufen, es wird eine Weile dauern, bis wir 5G auf Smartphones sehen werden, aber 2019, 2020 wird es sicher einige Geräte geben." Experten gehen davon aus, dass 5G vor allem auch auf vielen alltäglichen Geräten Verwendung finden könnte. Oder auch in futuristischen, wie diesem Roboterarm. Die hohe Übertragungsrate von 5G ermöglicht es, dem Nutzer den Arm in Echtzeit zu steuern, während er mit VR-Brille und Datenhandschuh die Bewegungen koordiniert. Aber auch ein Auto könnte man so steuern, wie es hier an diesem Stand demonstriert wird. So konnte ein Fahrer virtuell ein elektrisches Fahrzeug in Echtzeit durch einen Hindernispark steuern - der Clou: das Fahrzeug stand 70 Kilometern entfernt auf einer Teststrecke. Ganz ohne Fahrer kommt dieses Gefährt aus, und dürfte bei Formel 1 Fahrern zu leichten Jobverlust-Ängsten führen. Denn dieses Geschoss fährt ganz alleine mit künstlicher Intelligenz. Designer Daniel Simon bringt das Konzept auf den Punkt: "Sie machen Angst, sie sind schnell, kraftvoll. Es strömt so viel Luft hier durch, wenn wir schnell fahren, jedes Teil ist für die Aerodynamik wichtig." Die Macher des 320 km/h Boliden haben auch schon Pläne: Sie wollen bis zu 10 Roboter-Wagen in der Formel E starten lassen.
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ADAC testet Fahrzeuge kritischer

Der Vorwurf bezieht sich nicht nur auf Dieselfahrzeuge. "Erstmals fallen auch Benziner mit hohen Stickoxidemissionen auf", berichtet Kolke. Betroffen sind Direkteinspritzer, die unter verschärften Testbedingungen im Betrieb, zum Beispiel bei einer forschen Autobahnfahrt, zu viel Feinstaub ausstoßen.

Als wenig umweltverträglich gelten danach der Ford Focus RS, der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo ecoFlex Edition.

Der ADAC testet die Fahrzeuge kritischer, als es die Hersteller selbst oder die Kontrollbehörden tun. So werden Autos, die auf dem Prüfstand besonders gute Werte zeigen, auch noch einmal auf der Straße im realen Betrieb nachgemessen.

Bestnote für Toyota Mirai

Gewinner der bisherigen Testreihe mit insgesamt 77 Modellen über alle Antriebsarten hinweg sind die Fahrzeuge mit alternativen Motoren. Am besten schnitt der BMW i3 ab, ein Elektroauto, gefolgt vom Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive und dem Nissan Leaf Acenta. Eine Bestnote erhielt mit dem Toyota Mirai auch ein Brennstoffzellenfahrzeug. Mit in der Spitzengruppe ist auch ein mit Gas betriebenes Auto. Sauberster Benziner ist der Kleinwagen Suzuki Ignis 1.2 SHVS Comfort+.

Enttäuscht zeigen sich die Techniker dagegen von den untersuchten Plug-in-Hybriden, die sowohl mit Strom als auch mit Elektroantrieb unterwegs sind. Keines der drei Modelle erhielt eine Empfehlung. So verbrauchten die Fahrzeuge im Benzinbetrieb auf der Autobahn zum Beispiel viel mehr Sprit als angegeben.

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