Grenfell-Tower

Polizei spricht von 79 Toten nach Hochhausbrand in London

Grenfell Tower London

Die Londoner Polizei zeigt erste Aufnahmen aus dem Grenfell Tower nach dem verheerenden Brand.
Mo, 19.06.2017, 07.49 Uhr

Grenfell Tower London

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Nach dem Brand des Grenfell-Towers geht die Polizei nun von 79 Toten aus. Einige der Opfer könnten womöglich nie identifiziert werden.

London.  Nach dem Brand im Grenfell-Tower-Hochhaus in London ist die Zahl der Toten und für tot gehaltenen Vermissten auf 79 gestiegen. Dies teilte Stuart Cundy von Scotland Yard am Montag mit. Bislang war die Polizei auf Basis von Vermisstenmeldungen von mindestens 58 Toten ausgegangen.

Bislang seien offiziell fünf Opfer identifiziert. Es sei durchaus möglich, dass das nicht bei allen Todesopfern gelingen werde. Die Behörden veröffentlichten am Montag Bilder aus dem Hochhaus, die das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigen. "Es ist unglaublich schwierig, die Zerstörung in einigen Teilen des Gebäudes zu beschreiben", sagte Cundy.

Schweigeminute in London

Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton erklärte BBC Radio am Montag, sie verstehe den Frust und das Leid jener Menschen, deren Angehörige noch nicht identifiziert seien. Die Identifizierung der Leichen sei durch das Feuer schwierig. "Deshalb ist es noch wichtiger, dass wir sicherstellen, dass wir dies wohlüberlegt, vorsichtig und gut organisiert durchführen." Es könne noch Tage dauern, bis die Feuerwehr alle Wohnungen erreicht habe.

Der Brand des Grenfell Towers im Stadtteil Kensington stimmt die Briten auf ihrer Suche nach Antworten ernst und nachdenklich. Am Montag wollten sie mit einer Schweigeminute der Opfer der Brandkatastrophe gedenken. Am Sonntag waren noch 18 Verletzte im Krankenhaus, neun von ihnen noch immer in kritischem Zustand.

Brand im Grenfell Tower: Polizei korrigiert Zahl der Opfer

Da noch niemand einen Überblick hat, wer sich zum Unglückszeitpunkt im Gebäude befand, wird damit gerechnet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt.
Brand im Grenfell Tower: Polizei korrigiert Zahl der Opfer

Der Blick in der britischen Hauptstadt richtet sich auf die Klärung der Ursachen und mögliche Lehren für die Zukunft. So geht Schatzkanzler Philip Hammond davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist. Bei der strafrechtlichen Untersuchung des Unglücks solle nun geprüft werden, ob es bei der Renovierung des Wohnhochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte der Tory-Politiker im BBC-Fernsehen am Sonntag.

Bürgermeister will Gebäude abreißen lassen

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan brachte derweil den Abriss von veralteten Gebäuden ins Gespräch. Viele Hochhäuser aus den 60er- und 70er-Jahren entsprächen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards.

Sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen waren nach dem Brand des Hochhauses im Stadtteil Kensington in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben. Zudem habe es im Grenfell Tower keine angemessenen Fluchtwege gegeben. (dpa)

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