New York

Todesfahrt am Times Square – Mordanklage gegen Fahrer

Auto rast in Menschenmenge: New York geht nicht von Anschlag aus

Bei dem Unglück auf dem Times Square kam eine Frau ums Leben, mehr als 20 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter war bereits mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden.
Fr, 19.05.2017, 09.26 Uhr

Auto rast in Menschenmenge: New York geht nicht von Anschlag aus

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Richard R. soll am Donnerstag vorsätzlich in eine Menschenmenge am New Yorker Times Square gefahren sein. Er ist des Mordes angeklagt.

New York.  Gegen den Todesfahrer vom New Yorker Times Square wird laut einem Medienbericht wegen Mordes ermittelt. Der Mann war am Donnerstag mit seinem Auto in eine Gruppe von Fußgängern gerast, tötete dabei eine Frau und verletzte 22 weitere Menschen.

Neben Mord würden ihm 20-facher versuchter Mord sowie in fünf Fällen ein schweres Tötungsdelikt mit einem Fahrzeug vorgeworfen. Das berichtet der TV-Sender CNN unter Berufung auf die New Yorker Polizei. Auf einen terroristischen Hintergrund deutete laut New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nichts hin.

Halluzinogene Droge im Blut festgestellt

Im Blut des 26-jährigen Richard R., eines Ex-Soldaten der US-Marine aus dem Stadtteil Bronx, wurde laut CNN die auch als "Angel Dust" bekannte halluzinogene Droge PCP festgestellt. Er habe ausgesagt, Gott habe ihm die Tat befohlen und er habe erwartet, von Polizisten erschossen zu werden. Laut CNN leidet er an psychischen Problemen.

Vier der 22 Verletzten schwebten nach Angaben des Feuerwehrchefs Daniel Nigro vom Donnerstag in Lebensgefahr. Ihre Überlebenschancen seien aber gut. Bei der getöteten Frau handelt es sich um eine 18-Jährige, die laut dem Fernsehsender NY1 mit ihrer Familie aus dem US-Bundesstaat Michigan zu Besuch in der Stadt war. Ihre 13 Jahre alte Schwester wurde ebenfalls von dem Auto getroffen und kam mit Verletzungen ins Krankenhaus.

2013 von Militärgericht verurteilt

Nach Angaben der Behörden war R. 2008 und 2015 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden. Das Militärtribunal in Jacksonville im Staat Florida, wo R. als Soldat teils stationiert war, verurteilte ihn im Juni 2013 zu einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 3000 Euro und verhängte eine Ausgangssperre von drei Monaten. Zudem wurde Rojas in eine niedrigere Besoldungsgruppe heruntergestuft.

R. bekannte sich schuldig zu den Vorwürfen, die neben Trunkenheit auch Bedrohung anderer umfassten. Nach seinen knapp drei Jahren bei der Navy sei er "unter anderen als ehrenhaften Umständen" vom Militärdienst entlassen worden, sagte ein ranghoher Marineoffizier der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Zwei Monate in Marine-Gefängnis verbracht

Erst in diesem Monat wurde der 26-Jährige erneut festgenommen – Berichten zufolge, weil er einen Besucher in der Wohnung, in der er mit seiner Mutter lebte, mit einem Messer bedrohte. Während seiner Stationierung als Elektriker auf einem Militärstützpunkt in Jacksonville (Florida) war er demnach verhaftet worden, weil er mutmaßlich einen Taxifahrer angegriffen hatte. Er verbrachte damals zwei Monate in einem Marine-Gefängnis, wie NY1 unter Berufung auf Akten der Seestreitkräfte berichtete.

Ob R. sein Auto absichtlich in die Menge gesteuert hatte, war zunächst unklar. Der Nachrichtensender zitierte einen Freund von R., demzufolge der Ex-Soldat als veränderter Mensch das Militär verlassen hatte, zuletzt in der Immobilien-Branche arbeitete und seine Probleme mit viel Alkohol zu lösen versuchte. R. war während seiner Zeit bei der Marine von 2011 bis 2014 zeitweise auf dem Zerstörer USS Carney sowie auf Stützpunkten in Illinois und in South Carolina stationiert. (dpa)

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