Stuttgart. Gerhard Schröder stellt sich in der Flüchtlingsdebatte hinter Angela Merkel. Allerdings: Der SPD-Altkanzler hätte anders gehandelt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach Ansicht ihres SPD-Vorgängers Gerhard Schröder richtig gehandelt, als sie im September die Grenze zu Österreich für Flüchtlinge öffnete. In der Situation hätte kein Kanzler eine andere Entscheidung treffen können, sagte Schröder am Donnerstag bei einer SPD-Veranstaltung in Stuttgart.

Es sei nicht falsch gewesen, über die gesetzlichen Regelungen hinwegzusehen. „Der Fehler war, dass sie aus einer Ausnahmesituation den Anschein erweckt hat, das sei die neue Normalität.“ „Ich hätte nicht gesagt: Wir schaffen das“, sagte Schröder mit Blick auf Merkels Aussage. „Ich hätte gesagt: Wir können das schaffen, wenn wir bereit sind, Voraussetzungen dafür hinzubekommen.“ Da scheine das eine oder andere aber noch zu fehlen.

„Flüchtlinge könnten Riesenchance für Deutschland sein“

Temporär sei die hohe Zahl an Flüchtlingen eine Belastung. Aber wenn ihre Integration gelinge, seien die Flüchtlinge eine Riesenchance. Die Integration könne aber nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden gelingen - über Bildung, Ausbildung und Arbeit. (dpa)