Flüchtlingsdebatte Berlins AfD-Chefin wünscht Merkel Ruhestand in Chile

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Beatrix von Storch, spricht in Neubrandenburg zu mehreren Hundert Anhängern.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Beatrix von Storch, spricht in Neubrandenburg zu mehreren Hundert Anhängern.

Sie wünscht der Kanzlerin einen baldigen Ruhestand im Ausland: AfD-Sprecherin Beatrix von Storch legt nach dem Talkshow-Auftritt nach.

Berlin.  Die stellvertretende Bundessprecherin der AfD, Beatrix von Storch, provozierte am Sonntagabend in der Talkshow von Anne Will heftige Reaktionen bei Publikum und Gästen: Es sei absehbar, sagte die AfD-Politikerin vor dem Hintergrund des steigenden Drucks auf die Kanzlerin, dass Angela Merkel "das Land verlässt, nach Chile oder Südamerika".

Moderatorin Anne Will hatte vorher einen Facebook-Eintrag der Politikerin aus Berlin zitiert: "Und ich nehme Wetten an: wenn sie bald zurücktritt, wird sie das Land verlassen. Aus Sicherheitsgründen."

Rundumschlag gegen Regierung Merkel

In einer Pressemitteilung legt von Storch jetzt nach und holt aus zum großen Rundumschlag gegen die Bundeskanzlerin: "Energiewende, Euro-Rettung und Flüchtlingskrise sind Milliardengräber, die sie durch einsame Kanzlerentscheidung geschaufelt hat." Dem deutschen Parlamentarismus, so die AfD-Politikerin weiter, und der Gewaltenteilung habe Merkel einen Tiefschlag nach dem anderen versetzt und so die Demokratie schwer beschädigt.

Auch an der These, dass Merkel bald auswandere, hält sie fest: "Franz Josef Strauß sagte über Helmut Kohl, dieser werde seine Lebenserinnerungen in Sibirien schreiben." So könne man wohl auch laut darüber nachdenken, wo Frau Merkel ihre Memoiren schreiben werde. "Südamerika ist mit Sicherheit schöner als Sibirien. Wo immer es sein wird, ich wünsche ihr einen ruhigen und friedlichen Ruhestand, der hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft liegt."

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, auf diese Äußerung angesprochen, er haben nicht die Absicht, sich in der Regierungspressekonferenz "mit solchen Hirngespinsten zu befassen". Nach Auskunft von AfD-Parteisprecher Christian Lüth führte eine Parlamentarierreise von Storch, die auch EU-Parlamentarierin ist, erst vor wenigen Wochen nach Chile. (les/dpa)