Braunschweigs Wirten steht harter Corona-Winter bevor

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Norbert Jonscher
Vor „Guido’s Pizzeria“ in der Neuen Straße steht seit Tagen ein Gäste-Zelt, das im Winter beheizt werden soll.

Vor „Guido’s Pizzeria“ in der Neuen Straße steht seit Tagen ein Gäste-Zelt, das im Winter beheizt werden soll.

Foto: Norbert Jonscher / NJ

Die Stadt will ihnen helfen – und erlaubt beheizte Zelte vor den Lokalen.

Braunschweig. Die Temperaturen sinken und sinken, es wird zunehmend ungemütlich. Die Gäste zieht es in die Lokale. Für Braunschweigs Gastronomen beginnt spätestens Ende des Monats, wenn die meisten Außengastronomie-Lizenzen auslaufen, ein harter Corona-Winter, der einem mehrmonatigem Überlebenskampf gleichkommt.

Worum geht es?

Denn: Sie müssen ihre Lokale im Corona-Modus „fahren“, sprich: mit bis zu 50 Prozent weniger Sitzplätzen – und dementsprechend weniger Einnahmen.

Werden sie den Winter überleben? Die Braunschweig Stadtmarketing GmbH hat die Brisanz der Lage erkannt – und gemeinsam mit der Stadt Braunschweig eine Ausnahmeregelung geschaffen, die es Gastronomen ermöglicht, ihre Freisitzflächen auch im Winter zu nutzen. Hintergrund sei die schwierige Situation infolge der Covid 19-Pandemie, dadurch seien die Kapazitäten beschränkt. „Die Gastronomen können auf Antrag ihre Flächen überdachen und beheizen und haben so mehr Kapazitäten, um ihre Gäste unter Berücksichtigung der Corona-Bedingungen zu bewirten“, heißt es in einer Mitteilung.

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Ab sofort können Braunschweiger Gastronomen beantragen, ihre Freisitzflächen bis zum 31. März 2021 zu überdachen und zu beheizen. „Die Gastronomie leidet wie die meisten anderen Branchen unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie“, erklärt Gerold Leppa, Geschäftsführer des Stadtmarketings. Diese Situation werde sich im Winter weiter verschärfen. „Deshalb haben wir uns zusammen mit der Stadtverwaltung dazu entschlossen, beispielsweise den Aufbau von Zelten oder Pagoden und den Einsatz von möglichst klimaneutral betriebenen Heizstrahlern zuzulassen, um die Freisitzflächen nutzbar zu machen, wo dies vom Stadtraum her möglich ist.“

Dabei handele es sich ausdrücklich um eine Ausnahme für den kommenden Winter und es gäbe jeweils Details vor Ort zu beachten wie beispielsweise die verkehrlichen Voraussetzungen, so Leppa. „Wir beraten gern und unterstützen bei der Beantragung.“

Was gilt für das Heizen?

Für die Beheizung sind ausdrücklich elektrische Heizstrahler dem Einsatz von sogenannten Heizpilzen vorzuziehen, in Zelten dürfen Heizpilze zudem auch nicht betrieben werden. „Insgesamt handelt es sich dabei um eine grundsätzliche Regelung, die aber einer Genehmigung für den Einzelfall bedarf, um die Situation vor Ort zu berücksichtigen“, so Sprecherin Stephanie Horn.

Stehen schon Zelte?

Schnell reagiert haben bereits in den vergangenen Tagen Gastronomen wie der Betreiber von „Guido’s Pizzeria“ in der Neuen Straße. Er bewirtet seine Gäste bereits in einem Zelt. Auf Anfrage erklärt dazu eine Mitarbeiterin, das Lokal sei eh schon recht klein. Da sorgten die Corona-Auflagen dafür, dass kaum noch Gäste bewirtet werden können. „Die meisten Tische stehen im Keller. Das reicht hinten und vorne nicht zum Überleben.“ Deshalb habe man sich für das Zelt entschieden.