Grundstück

Mit diesen Tricks wirken selbst kleine Gärten ganz groß

Alles ist an diesem Platz farblich perfekt aufeinander abgestimmt.

Foto: Gärtner von Eden

Alles ist an diesem Platz farblich perfekt aufeinander abgestimmt.

Auch auf wenig Fläche kann man Blütenfülle erleben, Kräuter und Gemüse züchten. Und Rasen muss nicht immer den Mittelpunkt bilden.

Hamburg.  Der Startschuss für die neue Gartensaison ist gefallen. Die meisten Gartenbesitzer sind bereits dabei, Frühjahrsblüher wie Forsythie, Mandelbäumchen oder Ranunkelstrauch zu pflegen, Aussaaten vorzubereiten und Kübelpflanzen wieder in Schuss zu bringen – und damit den Grundstein für eine blühende Outdoor-Saison im Garten zu setzen.

Der Gartenspaß muss auch auf wenigen Quadratmetern nicht zu kurz kommen – gerade in einer Stadt wie Hamburg, wo es so viele kleinere Grundstücke gibt.

"Gartenliebhaber, die nicht sehr viel Platz zur Verfügung haben, sollten Pflanzen wählen, die ihnen nicht schon nach kürzester Zeit über den Kopf wachsen. Viele Sorten mit einer enormen Blütenfülle sind mittlerweile auch in kompakter Form erhältlich und oft auch für Kübelbepflanzung geeignet", sagt Kay Wortmann von Johs. Wortmann Pflanzen und Gartenbedarf.

Beerensträucher für den Kübel

Magneten für Insekten seien beispielsweise Schmetterlingsflieder oder ungefüllte Zwergrosen.

Wer ernten und naschen möchte, dem empfiehlt der Gartenfachmann Säulen- und Zwergobst, Naschtomaten, Snackpaprika und kompakte Beerensträucher für den Kübel.

Mangold, Tagetes und Borretsch machen ebenfalls Lust auf Selbstgeerntetes. Mit ihrer Blattfärbung oder essbaren Blüten sind sie nicht nur dekorativ, sondern auch sehr lecker.

Ein perfektes Gestaltungselement für kleine Gärten sind Hochbeete. "Sie schaffen attraktive Strukturen auf engem Raum, dienen als Sichtschutz und laden zu rückenschonendem Gärtnern ein", erläutert Kay Wortmann die Vorzüge der Hochbeete.

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Hochbeet auf jedem Untergrund

Ist im Garten nur wenig Mutterboden vorhanden, darunter vielleicht sogar Bauschutt? Kein Problem! Denn so ein Hochbeet kann auf jedem Untergrund gebaut werden.

Maschendraht am Boden hält Wühlmaus & Co. ab. Ein lockerer Schichtaufbau aus groben Ästen und Strauchschnitt, Laub und Grünabfällen, grober Komposterde und feiner, humushaltiger Muttererde ist dann ein wahres Paradies für Pflanzen und Kleinstlebewesen.

Für ein Hochbeet spricht auch, dass die Temperatur deutlich höher als in normaler Lage ist, wodurch die Gartensaison einige Wochen früher beginnt und länger andauert.

Nicht alles an den Rand setzen

Ein grundsätzlicher Tipp zur Gartenanlage: "Nicht alles an den Rand des Gartens platzieren, denn dadurch wirkt ein kleiner Garten noch kleiner", rät Landschaftsgärtner und -architekt Soeren von Hoerschelmann.

Besser sei es, separate Zonen und Räume zu schaffen und so Struktur und Tiefe in den Garten zu bringen. "Darüber hinaus sollten sich Besitzer kleinerer Gärten fragen, ob sie wirklich einen Rasen benötigen", so Soeren von Hoerschelmann.

"Denn meistens ist man besser damit beraten, statt einer großen Rasenfläche die Terrasse großzügig zu planen. Um diese abzuschirmen, bieten sich zum Beispiel die Felsenbirne, schöne Gräser oder immergrünes Gehölz wie Ilex Crenata als Alternative zum derzeit kränkelnden Buchsbaum an."

Auch Spaliere eignen sich hervorragend als Raumteiler. In der vertikalen Variante sparen sie nicht nur Platz, sondern schützen Grundstücke in dicht bebauten Gegenden auch vor neugierigen Blicken.

Insektenhotels, Bienenhäuser und Nutzbeete

Claudia Schaaf, Mitglied der Gärtner von Eden aus Neu Wulmstorf, berichtet, dass die Natürlichkeit in dieser Saison in den Garten zurückkehrt. "Die wiedererwachte Liebe zur Natürlichkeit hat viele Facetten", sagt die Gartengestalterin. "Die Formen werden weicher, die Pflanzungen naturnäher."

Zunehmend gefragt seien neben Nutzbeeten auch Insektenhotels, Bienenstöcke oder sogar Hühnerhäuser. "Ein bisschen selbst zu ernten oder die Frühstückseier aus dem Garten statt aus dem Supermarkt zu holen, ist einfach toll."

Wer so denkt, wird sich auch nicht mehr über Brennnesseln ärgern: Mit ihrem fein säuerlichen bis nussigen Aroma können sie eine gute Ergänzung in Brotaufstrichen, Pesto, Pfannkuchen und Risotto sein.

Als Gemüsebeilage werden die zarten Blätter kurz blanchiert, mit Zwiebeln gedünstet und einem Schuss Sahne verfeinert. Das passt hervorragend zu Kartoffeln, Fisch oder Fleisch, wie das Bundeszentrum für Ernährung mitteilt. Am besten mit Gartenhandschuhen pflücken, dann ­waschen und vor dem Weiterverarbeiten in ein Tuch einwickeln und anschließend mit einer Teigrolle behandeln. Danach brennen sie nicht mehr, heißt es.

Helle Blüher in dunkle Ecken pflanzen

In einem Garten darf es gern bunt zugehen. Christian Bahl, Mitglied der Gärtner von Eden aus Kiebitzreihe, rät jedoch, bei der Farbauswahl darauf zu achten, dass "kein zu unruhiges Bild entsteht".

Gelb-, Orange- und Rottöne würden eine warme, fröhliche Atmosphäre schaffen und verliehen einem Garten oft eine naturnahe, eher ländliche Anmutung. "Und helle Blüten können schattige Ecken aufhellen. Sie sind auch abends gut sichtbar, wogegen dunklere Töne ein Grundstück weniger weitläufig erscheinen lassen", weiß der Gartengestalter aus Erfahrung.

Bauliche Elemente wie Wege, Mauern, Zäune, aber auch immergrüne Hecken könnten bei der Kreation von Gartenbildern so etwas wie die Leinwand bilden.

Leider werde bei allem noch zu oft der Wandel der Natur im Lauf der Jahreszeiten vergessen. "Pflanzen verändern sich ständig und mit ihnen auch das Gartenbild", mahnt Bahl. "Das heißt, wer mit Farben seinen Garten gestalten möchte, sollte kontinuierliche Farbwechsel einplanen."

Grünes wird im Herbst zum Hingucker

Nicht zu unterschätzen sei dabei die "gigantische Vielfalt an Grüntönen", mit denen man wunderbare Gartenbilder entwerfen könne. "Zumal sich manches einfache grüne Blatt Richtung Herbst zum leuchtenden Hingucker wandelt", betont Bahl.

Mit Accessoires lassen sich darüber hinaus gezielt farbliche Akzente im Garten setzen. Den Eindruck vollkommener Harmonie erwecken dabei farblich auf die Terrassenbepflanzung abgestimmte Sitzpolster.

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