Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 11. November 2014

Nummernschilder einführen

10. November: „22.000 Euro für einen Fahrradzähler. Umfrage: Mehrheit für Radverkehrsausbau“

Ich wohne im Landkreis Harburg und muss leider feststellen, dass die wunderbaren und gut ausgebauten Radwege meistens nicht befahren werden. Hauptsächlich wird auf der Straße gefahren, oft zu zweit oder zu dritt nebeneinander ohne Rücksicht auf den fließenden Verkehr zu nehmen. Wenn man dann wagt zu hupen, wird man auch noch beschimpft. Ich bin dafür, dass auch für Fahrräder Nummernschilder eingeführt werden. Wenn dann die ersten Anzeigen kommen, werden die Radfahrer vielleicht mal zur Vernunft kommen.

Eckehard Blechner

Morgendliches Ritual

10. November: „Tweet des Tages“

Bei uns in der Familie kommt morgens als Allererstes – noch vor dem Frühstück – die Zeitung auf den Tisch, und mein zwölfjähriger Sohn hat sich immer sehr darauf gefreut, den Witz des Tages aufzuschlagen und allen vorzulesen. Nicht immer war es super komisch, klar, aber es war ein nettes Ritual. Abgesehen davon, dass mein Sohn die Beiträge jetzt meist nicht mehr versteht, finde ich die Art, sich über andere – real existierende – Menschen lustig zu machen, recht einseitig und unschön. Ich würde mir wünschen, dass Sie die klassischen Witze beibehalten und für diejenigen, die auf Tweets stehen, diese auch irgendwo unterbringen.

Sabine Kilper

Beleidigung für Demokraten

8./9. November: „Biermann verspottet Linke als ‚elenden Rest‘. Liedermacher singt zum Gedenken an den Mauerfall im Bundestag“

Der Auftritt von Herrn Biermann im Bundestag war eine Beleidigung für jeden überzeugten Demokraten. Es gibt keine Entschuldigung dafür, rechtmäßig gewählte Volksvertreter unflätig zu beschimpfen. Ein Künstler, der eine Festveranstaltung unseres Parlaments dazu missbraucht, seine ganz persönliche Meinung in die Menge zu posaunen, hat sich als selbstgefälliger, verbissener, alter Mann geoutet.

Christiane Mielck-Retzdorff

Schwer erkämpftes Recht

8./9. November: „Überraschende Wende. Lokführer wollen Arbeit noch am Sonnabend wieder aufnehmen“

Das Streikrecht ist nicht vom Himmel gefallen, es wurde von unseren Vätern und Großvätern, ja sogar Großmüttern, unter großer Gefahr von Leib und Leben errungen. Erst seit Bestehen der Bundesrepublik ist es ein verfassungsmäßiges Grundrecht. Dies wurde jetzt in zwei Instanzen von dem Arbeitsgericht bestätigt. Streiks sind immer Machtkämpfe, die auch wehtun. Normalerweise von Beschäftigten und ihren Vertretern gegen die Arbeitgeber, aber manchmal eben auch zwischen Gewerkschaften. Das hat es in Deutschland auch früher schon gegeben. In der Vergangenheit sind in Deutschland im internationalen Vergleich nur wenige Arbeitsstunden wegen Tarifkonflikten ausgefallen. Das ist ja ein Grund, weshalb die Reallöhne in der deutschen Wirtschaft jahrelang gesunken sind und sich die Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen verschlechtert haben, und weshalb kleinere Gewerkschaften wieder Zulauf haben: Arbeitnehmer sind nicht mehr ohne Weiteres bereit, die Übermacht der Unternehmer hinzunehmen. Und das ist gut so!

Heinz-W. Schmidt

Wunderbare Idee

8./9. November: Das Magazin: „25 Jahre Mauerfall“

Was für eine wunderbare Idee, die Sonderausgabe des Magazins aus Anlass des Mauerfall-Jubiläums auf so eindrucksvolle Weise mit dem Text unserer Nationalhymne zu verbinden! Und ich wünsche mir, dass vielleicht diejenigen, die ihn bisher tatsächlich nicht kennen sollten, ihn sich jetzt zu eigen machen.

Annemarie Weighardt

Keine Glanzleistung

10. November: „Der HSV war beim 0:2 in Wolfsburg ohne Chance“

In elf Spielen vier Tore zu schießen ist schon eine „Glanzleistung“. Vielleicht sollten die Fans mal einen Besucherboykott ausüben, vor leeren Tribünen spielen lassen. Nächstes Wochenende besteht ja eine kleine Chance gegen einen weiteren Club aus der Verliererriege. Aber der HSV schafft auch da noch einen Verlust.

Heinz Gautier

Angst um Trinkwasser

7. November: „Kampf ums Fracking geht erst los“

Was heißt hier, der Kampf geht erst los? Muss erst noch gewartet werden, bis die Energiekonzerne das Gesetz für den verantwortlichen Minister Gabriel geschrieben haben, das Fracking legalisiert wie Steuervermeidung bei den großen Konzernen? Die Lobbyisten haben ja anscheinend mehr Einfluss als das einfache Wählervolk, das Angst um die Gesundheit, um sauberes Trinkwasser, intakte Umwelt und die Verschleppung der Energiewende hat. Fracking muss verboten werden. Wir haben moderne Technologien – Sonne, Wind –, hier können gute Arbeitsplätze entstehen, zum Wohle der Gesellschaft.

Gudrun Perlbach

Große Vorbilder

7. November: „Erinnerungen an die alten Meister des HSV“

Ich war 13 Jahre alt, als ich die spätere Meistermannschaft von 1960 am Rothenbaum sehen durfte. Zu bewundern war eine außergewöhnliche Mannschaft, die nicht nur aus den elf Spielern der Meistermannschaft bestand, sondern auch aus Auswechselspielern, die ebenfalls Außergewöhnliches am Ball konnten, aber ohne zu murren den Verein nicht verlassen haben – allen voran Peter Wulf! Es spricht weder für die Verantwortlichen des Vereins noch für die Zuschauer, dass sich so wenig für die Verbliebenen aus dieser Mannschaft interessiert wird, zumal doch alle in oder bei Hamburg leben! Für mich war es eine Zeit der großen Vorbilder. Ab und an begegnen sie mir alle noch immer vor meinem „inneren Auge“, in der für jeden einzelnen typischen Art und Weise, Fußball zu spielen! Danke für Ihren Artikel!

Uwe Carstens

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