Günter Lyhs sechsfacher Meister / Turner noch nicht in Olympiaform

Bantz hat doch recht

Bei den Kunstturn-Meisterschatten zeigte sich:

Eigener Bericht

8,50 auf 5,00, um dann über 9,1 (Irle) wieder auf 9,2 (Bechdolf und Lyhs) anzusteigen.

Es amtierte ein Sportgeschich^e repräsentierendes Kampfrichtergremium. Der zweifache Olympiasieger von 1936, Alfred Schwarzmann, der mehrfache Deutsche Reckmeister Adalbert Dickhut, Rudi Gauch und Reuther, der Betreuer von Fürst und ?Takoby. Sie alle schüttelten über das, was sich am Reck vollzog, den Kopf.

Fast der -Hälfte der Turner mißglückte die Kür. Entweder setzten sie "ich auf die Stange, unterbrochen ihre Übung oder stürzten sogar.

Auf den dritten Rang turnte sich der Stuttgarter K u r r 1 e (109,80) vor. Vierter wurde Jakoby (Oppau) 109,70. vor Groborz (Iserlohn) 109,40, Lohmann (München) 109,25 und Klein (Bergisch-Gladbach) 108,30 Punkte.

Klein war der älteste Teilnehme!- (37 Jahre) und gehörte der Olympiariege 1956 in Melbourne an. / ?

Achter wurde Irle (Kiafeld) 104,70 vor Bechdolf (Köln) 106,50, und Schlanker (Frelburg) 105,10 Punkte, lyhs war der überragende Mann. Er wurde Einzelmeister am Rede (18,55) am Barren (zusammen mit Fürst 19,40), am Boden (18,85), an den Ringen

Ulm, 13. März

Vergleicht man die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Kunstturnen, die in der Donauhalle in Ulm vor 3500 Zuschauern durchgeführt wurden, mit jenen von 1959 in Essen, so kann man' leider nur einen Rückschritt verzeichnen. Der gesperrte Helmut B a n t % aus Köln hatte mit seinen Vorwürfen gegen die deutsche Kunstturnführung voll und ganz recht, wie das Ergebnis von Ulm am Wochenende bewies.

Die Bundesrepublik besitzt zur Zelt nur zwei olympiareife Turner: den neuen sechsfachen (!) Deutschen Meister Lyhs (aus Kierspe im Sauerland) mit 112,15 Punkten und den infolge einer mißglückten Reckpflichtübung abgelösten zweifachen Deutschen Zwölfkampfmeister Philipp Fürst (Oppau) mit 111,60 Punkten.

MqB sein, da* die sut Zelt "?spannt" Atmosphäre Im deutschen Kunstturnen die Tumer stark betastete. Feststeht: Mit ?eichen Leistungen wie In Ulm haben wir in Rem bei den Olympischen Spielen nichts xu bestellen.

Die nach internationalen Maßstäben bewerteten olympischen Pflichtübungen sitzen nur schlecht. Was soll man dazu sagen, wenn der Pflichtsprung über das Pferd, eine Schere, als höchste Wertung durch Lyhs eine 9 (!) erbrachte? Das ist eine Übung, die normalerweise jeder junge Turner beherrscht.

Die Leistungen in der Kür konnten gerade noch befriedigen, wenn man vom Turnen am Reck absieht. Hier begann zwtr Fürst mit einer 9,4. Die Kurve fiel dann jedoch bei den zwölf besten Tur nem (!) über 8,9 ? 8,75 ? 8,60 ? 7,00 (18,95) und im Sprung über das Pferd (18,50). Meister am Pauschenpferd: Jakoby mit 19,25 Punkten.

Das bleibt als Kritik:

Wo blieb der seit Jahren angekündigte Durchbruch der Jugend auf breiter Front? Lyhs, Fürst und Jakoby turnten wie erwartet. Der nach einjähriger Pause wieder mitwirkende Kurrle ist heute genausogut wie 1956 als er mit nach Melbourne sollte. Man zog damals Klein vor, der diesmal noch 7. wurde. Groborz, Rückkehrer aus Polen, hat sich herangearbeitet (er gehörte schon der polnischen Nationalriege an). Lohmann, mit vielen Schwächen, wurde schon Sechster.

bas ist das Ergebnis einer vierjährigen Kunstturnftthrung unter Rudolf Spieth unmittelbar vor den Ausscheidungsturnen mit den Turnern der Sowjetzone. Zur Zeit könnt" nur Lyhs und Fürst dabei bestehen. Natürlich auch Bantz, wenn er nicht gesperrt wäre, weil er eine unangenehme Wahrheit sagte, die sich jetzt in Ulm so deutlieh bestätigte.

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