Steuerrecht

Gelten neue Regelungen bei den Reisekosten?

Die Leserfrage: Ich habe gehört, dass es Änderungen im steuerlichen Reisekostenrecht gibt. Was bedeutet das für mich als Kundendienstmonteur, da ich täglich nur kurz den Betrieb meines Arbeitgebers aufsuche, um den Firmenwagen samt Material zu übernehmen und organisatorische Angelegenheiten zu regeln?

Das sagt Steuerberater Michael Fischer: Um in einer Einkommensteuererklärung Reisekosten ansetzen zu können, muss eine berufliche Auswärtstätigkeit vorliegen. Nach der neuen Rechtslage ab 2014 ist das der Fall, wenn Sie vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und Ihrer sogenannten ersten Tätigkeitsstätte arbeiten.

Die erste Tätigkeitsstätte ist die Betriebsstätte des Arbeitgebers, zu der dieser Sie im Arbeitsvertrag zugeordnet hat. Falls es eine solche Zuordnung nicht gibt, ist die erste Tätigkeitsstätte diejenige betriebliche Einrichtung, an der Sie typischerweise je Arbeitswoche zwei ganze Arbeitstage oder mindestens ein Drittel der vereinbarten Arbeitszeit tätig werden.

Als Kundendienstmonteur haben Sie dementsprechend in der Regel keine erste Tätigkeitsstätte und werden somit auswärtig tätig. Daher steht in diesem Fall dem Ansatz von Reisekosten in Ihrer Steuererklärung nichts entgegen.

Zu den Reisekosten gehören unter anderem 0,30 Euro für jeden gefahrenen Kilometer zwischen Ihrer Wohnung und dem Betrieb Ihres Arbeitgebers sowie Verpflegungspauschalen. Die Verpflegungspauschalen gelten Mehraufwendungen ab, die für Verpflegung während einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit anfallen. Ab 2014 betragen sie bei einer Abwesenheit von acht Stunden 12 Euro und von 24 Stunden 24 Euro.

Anstelle die Kosten in Ihrer Einkommensteuererklärung anzusetzen, kann Ihnen Ihr Arbeitgeber diese aber auch steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Dies liegt sogar im Interesse Ihres Arbeitgebers, da er Ihnen anstelle einer Gehaltserhöhung Reisekosten erstatten kann. So spart Ihr Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, während Sie vom höheren Nettolohn profitieren.

Unser Autor Michael Fischer ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. www.wpfischer.de