Hamburger Hafen

Chinesische Staatsreederei steigt bei HHLA-Terminal ein

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Oliver Schade
Tollerort ist einer von drei Containerterminals der HHLA im Hamburger Hafen. Die chinesische Staatsreederei Cosco wird Anteilseigner.

Tollerort ist einer von drei Containerterminals der HHLA im Hamburger Hafen. Die chinesische Staatsreederei Cosco wird Anteilseigner.

Foto: Markus Scholz / dpa

Was sich die Hamburger Hafen und Logistik AG von der Cosco-Beteiligung am Containerterminal Tollerort verspricht.

Hamburg. Nun ist es perfekt: Die chinesische Staatsreederei Cosco steigt mit 35 Prozent beim Containerterminal Tollerort der HHLA ein. Die Verhandlungen sind nun zu einem Abschluss gekommen. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sieht in der Beteiligung „eine Stärkung der Kundenbeziehung mit dem chinesischen Partner sowie eine nachhaltige Planungssicherheit für den Containerterminal Tollerort“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Die maritime Welt ist derzeit sehr starken Veränderungen ausgesetzt. Langjährige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen, wie sie die HHLA seit 40 Jahren im Warenverkehr mit China pflegt, sind deshalb besonders wichtig“, sagte HHLA-Chefin Angela Titzrath. HHLA und Cosco verfolgten gleichermaßen das Ziel einer erfolgreichen Zukunftssicherung des Terminals Tollerort und einer noch stärkeren Verzahnung chinesischer Logistikströme am Standort Hamburg.

Nach Chinesen-Einstieg: HHLA-Containerterminal Tollerort bleibt für andere Reedereien offen

Am Terminal Tollerort werden heute bereits zwei Fernost-Dienste, ein Mittelmeer-Verkehr und ein Ostsee-Feeder-Dienst von Cosco abgefertigt. Ungeachtet der vereinbarten Minderheitsbeteiligung werde der Terminal im Netzwerk der HHLA auch weiterhin für alle Reedereikunden offen sein, hieß es.

Tollerort ist einer von drei Containerterminals der HHLA im Hamburger Hafen. Die Anlage verfügt über vier Liegeplätze und 14 Containerbrücken. Hier werden unter anderem die größten Containerschiffe von Cosco mit einer Stellplatzkapazität von 20.000 Containern (TEU) und mehr abgefertigt. europäischen Zielmärkten und dem CTT bewegt werden können.

Linkspartei übt scharfe Kritik an dem Geschäft

Kritik an dem Geschäft kommt von der Hamburger Linkspartei. „Taucht der Hamburger Senat mit seiner Wirtschaftsbehörde wieder völlig unter – obwohl die HHLA mehrheitlich in städtischer Hand ist? Die Entscheidung des Senats, ohne Beteiligung der Bürgerschaft eine strategisch bedeutende Beteiligung am Containerterminal Tollerort an die Cosco-Reederei zu vergeben, ist auf alle Fälle eine Provokation", so Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Linke halte den Privatisierungsschritt weiterhin für einen Fehler, auch wenn Tollerort für andere Reedereien offen bleiben solle. Und die Bürgerschaft noch nicht mal in vertraulicher Sitzung über wesentliche Eckpfeiler dieser Veräußerung zu informieren oder entscheiden zu lassen, setze dem noch die Krone auf.

Er kritisiert auch, wie weitgehend die offenen Fragen sind: "Wie sieht die Gewinnbeteiligung aus? In Altenwerder ist Hapag Lloyd mit 25 Prozent beteiligt, erhält aber 50 Prozent des Gewinns. Wie soll das im Falle Tollerort laufen? Und das allerwichtigste: Ändert sich irgendwas bei den Jobs? Gegenwärtig hält sich der Senat im Hafen fein raus: Der Hafentarif wird nicht verteidigt." Gespräche zwischen HHLA und Eurogate würden den Unternehmensleitungen überlassen und der Hafenentwicklungsplan dümple vor sich hin. Es müsse im Falle Tollerort um gut bezahlte Arbeitsplätze gehen und die Interessen der Stadt – und nicht um Privilegien für eine der weltgrößten Reedereien.