Hamburger Hafen

HHLA bricht der Gewinn weg – wie geht es nun weiter?

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Musste am Dienstag eine schwache Halbjahresbilanz für den Hafenkonzern vorlegen: HHLA-Chefin Angela Titzrath.

Musste am Dienstag eine schwache Halbjahresbilanz für den Hafenkonzern vorlegen: HHLA-Chefin Angela Titzrath.

Foto: Roland Magunia / FUNKE Foto Services

Hafenkonzern legt Zahlen für das erste Halbjahr vor. Was die Gründe für den Rückgang sind und wie die Vorstandschefin reagiert.

Hamburg.  Die globale Konjunkturflaute trifft den Hamburger Hafenkonzern HHLA mit voller Wucht. Das Unternehmen musste im ersten Halbjahr einen Rückgang beim Gewinn, Umsatz und Containerumschlag vermelden. Und die Aussichten für den Rest des Jahres sind ebenfalls durchwachsen: Vorstandschefin Angela Titzrath sagte, das Jahr bleibe „herausfordernd“.

Die Umsatzerlöse gingen in den ersten sechs Monaten 2023 um 6,7 Prozent auf 727,1 Millionen Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte um 50,3 Prozent auf 50,4 Millionen Euro ab. Die wichtige Ebit-Marge halbierte sich somit fast von 13,0 auf 6,9 Prozent. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter blieb nur noch ein Ergebnis von 8,2 Millionen Euro übrig. Im ersten Halbjahr 2022 waren es noch 43,9 Millionen Euro gewesen.

Hamburger Hafen: HHLA bricht der Gewinn weg – wie geht es weiter?

„Der anhaltende Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen, Inflation und steigende Zinsen belasten die Nachfrage von Verbrauchern und Industrie und bremsen die weltweite konjunkturelle Erholung nach der Pandemie weiter aus. Die Geschäftsentwicklung der HHLA im ersten Halbjahr 2023 spiegelte das Stimmungsbild wider“, teilte das Unternehmen zur Begründung der schwachen Zahlen mit. Die im ersten Quartal verzeichnete, konjunkturbedingt stark rückläufige Mengenentwicklung habe sich im zweiten Quartal des laufenden Jahres weiter fortgesetzt.

So wurden an den HHLA-Terminals im ersten Halbjahr nur noch 2,876 Millionen Container umgeschlagen – ein Minus von 14,6 Prozent. Allein in Hamburg betrug das Minus 12,7 Prozent. Hier wurden noch 2,763 Millionen TEU über die Kaikante gehievt. Vor allem der Fernost-Verkehr schwächelte.

Auch die Zubringerdienste (Feeder) liefen nicht gut. Dabei machte sich vor allem ein Rückgang der Ladungen von und nach Schweden bemerkbar. An den internationalen Terminals sackte der Umschlag um 43,9 auf 113.000 TEU ab. Hauptgrund: Die Einstellung des Umschlags in Odessa wegen des russischen Angriffskrieges.

HHLA will noch genauer auf die Kosten schauen

„Um die Zukunfts- und Wettbewerbs­fähigkeit des Unternehmens zu stärken, intensiviert die HHLA nochmals ihre Kosten­disziplin und konzentriert sich umso mehr auf die Entwicklung nachhaltiger, innovativer und profitabler Logistik­lösungen“, sagte Titzrath mit Blick in die Zukunft.

An der Börse wurden die Zahlen am Dienstag eher gelassen aufgenommen. Der Kurs fiel in einem insgesamt negativen Umfeld um 1,9 Prozent. Dass es nicht schlimmer kam, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die HHLA schon Ende Juli seine Jahresprognose reduziert hatte.

Damals war bereits für 2023 von einem „deutlichen Rückgang“ der Umsatzerlöse auf Konzernebene die Rede gewesen. Zudem wurde eine Betriebsergebnis (Ebit) von nur noch 115 bis 135 Millionen Euro vorausgesagt. Allerdings könnte es womöglich noch schlimmer kommen. Denn der Halbjahresbericht schließt mit den Worten: „Angesichts der zuvor genannten volatilen Rahmenbedingungen ist der Ausblick weiter mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.“

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