Abzocke im Internet

Betrug im Onlineshop: Die fiese Maschen krimineller „Kunden“

| Lesedauer: 3 Minuten
Martin Kopp
Immer häufiger werden Onlinehändler um ihr Geld geprellt, weil Kunden in betrügerischer Absicht Ware bestellen.

Immer häufiger werden Onlinehändler um ihr Geld geprellt, weil Kunden in betrügerischer Absicht Ware bestellen.

Foto: OcusFocus / Getty Images/iStockphoto

Falsche Namen, falsche Adressen: Immer häufiger werden Händler um ihr Geld geprellt. Eine Methode ist bei Gaunern besonders beliebt.

Hamburg.  Ware verschickt, Geld nicht erhalten – im privaten Onlinehandel kennt man die betrügerischen Machenschaften schon länger. Jetzt zeigt eine Umfrage, dass auch professionelle Onlineshops immer häufiger um ihr Geld geprellt werden. Für insgesamt 62 Prozent der befragten deutschen E-Commerce-Unternehmen haben die Betrugsrisiken noch einmal zugenommen. Laut 35 Prozent der Shops ist die Entwicklung der Betrugsfälle in Deutschland auf hohem Niveau gleich geblieben. Lediglich drei Prozent verzeichnen weniger Betrugsfälle als im Vorjahr. So lauten die zentralen Ergebnisse der Untersuchung „Betrug im E-Commerce“ der Hamburger Wirtschaftsauskunftei Crif.

Insgesamt wurden 94 Prozent der Onlineshops in Deutschland schon mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. In Österreich waren es 64 Prozent, in der Schweiz 86 Prozent. Crif befragte knapp 230 Onlineshops in den drei Ländern.

Betrug im Onlineshop: So werden Händler von kriminellen „Kunden“ getäuscht

Die häufigste Betrugsmasche in Deutschland ist laut Umfrage der sogenannte Identitätsdiebstahl. So waren 92 Prozent der E-Commerce-Unternehmen bereits damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als eine komplett andere reale Person ausgegeben hatte. Darüber hinaus gaben 81 Prozent der deutschen E-Commerce-Unternehmen an, bereits Erfahrungen mit Betrugsversuchen durch „Angabe gefälschter Namens- und/oder Adressdaten“ gemacht zu haben.

62 Prozent der Händler waren von dem sogenannten Eingehungsbetrug betroffen. Dahinter verbirgt sich ein Bestellvorgang, bei dem der Käufer bereits vorab weiß, dass er die Rechnung nicht begleichen kann oder begleichen wird, die Ware aber dennoch vom Händler zum Kunden übergeht. 46 Prozent der Betrugsfälle sind das Resultat gestohlener Zahlungsdaten, etwa über entwendete Kreditkarten.

21 Prozent der Shops in Deutschland haben Schäden von mehr als 100.000 Euro

Häufig ist der Schaden für die Händler relativ gering: für 65 Prozent der befragten deutschen Unternehmen lag der höchste Einzelverlustbetrag durch Betrugsfälle bei unter 5000 Euro. Allerdings gab jeder fünfte Onlineshop an, dass die durchschnittlichen Verluste pro Schadensfall zwischen 5000 und 10.000 Euro lagen. Bei 13 Prozent der Shops lag der Einzelschaden durch Betrug sogar bei mehr als 25.000 Euro.

Gefragt nach der gesamten Schadenssumme, die in den vergangenen zwölf Monaten entstanden ist, lag diese bei 34 Prozent der deutschen Onlineshops bei unter 10.000 Euro. 43 Prozent der Händler erlitten einen Verlust zwischen 10.000 und 100.000 Euro in nur einem Jahr. Knapp 21 Prozent der Onlineshops in Deutschland und damit mehr als jeder Fünfte sehen sich mit Verlusten von mehr als 100.000 Euro pro Jahr konfrontiert.

Immer mehr Online-Shops müssen sich gegen Betrug schützen

„Die Betrugsprävention in Onlineshops wird immer wichtiger. Wer im Internet Produkte verkauft, muss damit rechnen, dass er Betrugsopfer wird. Es gibt mittlerweile kaum noch Onlinehändler, die nicht schon einmal betrogen wurden und damit finanzielle Einbußen durch organisierten Betrug hinnehmen mussten. Die Methoden der Betrüger werden dabei immer professioneller”, sagt Frank Schlein, Geschäftsführer von Crif Deutschland.

Um sich effektiv vor Betrug zu schützen, setzen immer mehr Onlinehändler auf spezielle automatisierte Präventionsmaßnahmen. Dabei handelt es sich um Softwareprogramme, die die Gefahr erkennen können. In Deutschland geben 80 Prozent der Teilnehmer an, eine Kombination aus manuellen und automatisierten Maßnahmen einzusetzen. In der Schweiz erfolgt die Prüfung hingegen vor allem manuell.

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