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Tchibo verkauft seinen Kaffee bald auch in den USA

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Melanie Wassink
Tchibo-Chef Thomas Linemayr.

Tchibo-Chef Thomas Linemayr.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Hamburger bieten vier verschiedene Sorten und Vollautomaten zunächst im Mittleren Westen an. Unternehmen sieht großes Potenzial.

Hamburg.  Hamburg Tchibo weitet sein Geschäft auf die USA aus. Der Hamburger Kaffeeanbieter plant, noch in diesem Herbst eigene Produkte in Gebieten des Mittleren Westens zu verkaufen. Endverbraucher in Staaten wie Wisconsin, Indiana, Iowa und Illinois, Minnesota und Missouri sollen im Handel die Möglichkeit haben, Kaffee und Maschinen von Tchibo zu kaufen. „Der Mittlere Westen eignet sich gut als Testmarkt für die USA“, sagte ein Tchibo-Sprecher. Daher beginne der Konzern mit seinen Amerika-Aktivitäten in dieser Region.

Die Produkte von Tchibo werden in dem Gebiet durch den Importeur Rainmaker Food Solutions vertrieben. Tchibo-Chef Thomas Linemayr will mit vier verschiedene Sorten Kaffee, als ganze Bohne und Mahlkaffee, in den USA beginnen. Dazu kommt ein Vollautomat, den die Kunden ebenfalls in Supermärkten erhalten.

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Extrem wachsender Markt für Kaffee in den USA

Die USA stehen nicht nur für einen großen, sondern auch für einen extrem wachsenden Markt für Kaffee. 2019 hatte der Umsatz bereits um vier Prozent zugelegt, in diesem Jahr wird mit einem noch größeren Zuwachs gerechnet. Zudem biete der US-Markt ein großes Potenzial bei den Premiumkaffees, sagte der Tchibo-Sprecher. Die Amerikaner seien offen für neue Produkte, auch das sei ein Anreiz für den Markteintritt der Hamburger gewesen.

Schon länger ist der Markt mit dem beliebten Heißgetränk in den Vereinigten Staaten in Bewegung: Früher begnügten sich die Familien oft mit Instantkaffee. In letzter Zeit haben die Kapseln an Bedeutung gewonnen. Der Umsatz mit Endkunden dürfte weiter zunehmen, denn in den USA sitzen viele Berufstätige wegen Corona im Homeoffice und trinken ihren Kaffee daheim.

In Hamburg arbeiten 2300 Menschen für Tchibo

Der Tchibo-Vollautomat für 349 Dollar (umgerechnet 296 Euro) soll nun einen neuen Impuls für die Trinkkultur der Amerikaner geben. Eigene Shops plant der Konzern allerdings nicht. Auch bleibt das Geschäft mit der Gastronomie in den USA außen vor. Bisher exportiert Tchibo seine Produkte in zusammen mehr als 60 Länder. Der Anteil der im Ausland erzielten Erträge liegt aktuell bei 29 Prozent.

In acht Ländern ist die Gruppe auch mit eigenen Shops vertreten, wie sie aus Deutschland bekannt sind. So können beispielsweise auch Schweizer, Österreicher, Polen und Türken daheim in Läden einkaufen, die nicht nur Kaffee, sondern auch wechselnde Non-Food-Artikel wie Textilien oder Haushaltsgeräte anbieten. In Hamburg arbeiten 2300 Menschen für Tchibo. Einen Personalaufbau bringt der US-Einstieg nicht mit sich, Die Organisation vor Ort übernimmt ausschließlich Rainmaker Food Solutions.

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