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Hamburg verzichtet auf HHLA-Millionen und stockt Anteile auf

Angela Titzrath ist seit Januar 2017 Vorstandsvorsitzende der HHLA.

Angela Titzrath ist seit Januar 2017 Vorstandsvorsitzende der HHLA.

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Stadt nimmt 33,54 Millionen Euro Bardividende nicht in Anspruch. Titzrath äußert sich auch zur Kooperation im Containergeschäft.

Hamburg. Die Stadt Hamburg verzichtet auf eine Millionen-Dividende der Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) und erhöht stattdessen ihre Anteile. Das gab die Vorstandsvorsitzende der HHLA, Angela Titzrath bei der Hauptversammlung des Hafenkonzerns am Donnerstag bekannt. Sie begrüßte die Entscheidung.

Der Senat habe damit ein deutliches Zeichen für die langfristige Bedeutung des Unternehmens für die Stadt Hamburg gesetzt. Die Stadt hielt bisher 68,4 Prozent am Hafenkonzern.

HHLA will Aktionären eine Wahldividende für 2019 einräumen

Zuvor hatte die HHLA angekündigt, dass sie zur Stärkung der eigenen Liquidität in Corona-Zeiten ihren Aktionären eine Wahldividende für das Geschäftsjahr 2019 einräumen will. Demnach können die Anteilseigner sich die Dividende bar auszahlen lassen oder in neuen Aktien. Dabei geht es um 70 Cent pro Aktie, womit insgesamt 52 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet werden.

Für die Stadt bedeutet dies, dass sie bei mehr als 47,9 Millionen Stückaktien, die sie an der HHLA hält, eine Dividende von 33,54 Millionen Euro bekommen hätte, worauf sie jetzt verzichtet.

Um wie viele Aktien genau die Stadt nun ihre Beteiligung aufstockt, konnte die Wirtschaftsbehörde am Donnerstagmittag noch nicht sagen. „Die genaue Anzahl der Aktien lässt sich derzeit noch nicht bestimmen, weil der Referenzpreis, zu dem die Aktien ausgegeben werden, noch ermittelt wird“, sagte eine Sprecherin der Behörde dem Abendblatt. Dieser Bezugspreis werde voraussichtlich am drittletzten Tag der Bezugsfrist, also am 4. September, im Bundesanzeiger und auf der Internetseite der HHLA veröffentlicht werden.

Titzrath: Kooperation im Containergeschäft ganz am Anfang

Bezüglich der Gespräche der HHLA mit Eurogate über eine Kooperation im deutschen Containergeschäft betonte Titzrath, dass diese ganz am Anfang stünden. Zudem bedürfe es der Zustimmung des Bundes, der betroffenen Bundesländer und der Kartellbehörden.

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„Angesichts des harten Wettbewerbs der Häfen in der Nordrange und der zunehmenden Marktmacht der Reeder sowie unter dem Eindruck der Corona-Krise erhalten solche Überlegungen aber eine neue Aktualität“, sagte Titzrath. Es werde aber keine Einigung geben, die zu einer Schwächung der HHLA führe.

An der Hauptversammlung, die wegen der Corona-Pandemie nur per Videokonferenz abgehalten werden konnte, nahmen rund 300 Aktionäre und damit 83 Prozent des Grundkapitals teil. Sie entlasteten den Vorstand und den Aufsichtsrat mit 99,6 Prozent beziehungsweise mit 99,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof wurde neu in den Aufsichtsrat gewählt.