Corona-Krise

Haspa lässt Filialen geöffnet – aber nicht mehr täglich

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Haspa-Chef Harald Vogelsang will nicht,„dass die Menschen ausgerechnet jetzt noch längere Wege in Kauf nehmen müssen“.

Haspa-Chef Harald Vogelsang will nicht,„dass die Menschen ausgerechnet jetzt noch längere Wege in Kauf nehmen müssen“.

Foto: Marcelo Hernandez

Sparkasse kürzt Zeiten vor allem an kleineren Standorten. Es fehlen Mitarbeiter. Firmenkundencenter bleiben geöffnet.

Hamburg. Im Unterschied zu anderen Banken will die Hamburger Sparkasse alle ihre Filialen trotz der Coronavirus-Epidemie geöffnet halten – aber mit Einschränkungen: Rund 40 mittelgroße Filialen haben vom heutigen Dienstag an nur noch an drei Tagen in der Woche geöffnet (montags, donnerstags und freitags) und 35 bis 40 kleine Filialen an zwei Tagen (dienstags und mittwochs). Etwa 50 große Filialen sowie alle Selbstbedienungszonen und Geldautomaten stehen nach Angaben der Sparkasse weiter uneingeschränkt zur Verfügung.

„Es ist uns wichtig, dass die Menschen nicht ausgerechnet jetzt noch längere Wege in Kauf nehmen müssen“, sagte Haspa-Chef Harald Vogelsang dem Abendblatt zu der Entscheidung, nicht einige Filialen vorübergehend komplett zu schließen. Außerdem sei auf diese Weise der Zugang zu den Schließfächern in den Zweigstellen weiter gesichert.

Regelungen zu Urlaubsrückkehrern

Wegen der Regelungen zu Urlaubsrückkehrern aus Österreich, der Schweiz und Italien sowie aufgrund der Schließung von Schulen und Kitas müsse man die verbleibenden Mitarbeiter „flexibel einsetzen“, sodass nicht überall die gewohnten Ansprechpartner zur Verfügung stehen könnten. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind extrem belastet und haben natürlich auch persönliche Sorgen“, hieß es von der Haspa. Außerdem bittet die Sparkasse ihre Kunden dringend, „die bestmöglichen Hygienemaßnahmen einzuhalten und den Mindestabstand von 1,5 Metern zu unseren Mitarbeitern zu berücksichtigen“. Türgriffe der Filialen sowie die Bedienfelder der Geldautomaten würden mehrmals täglich desinfiziert.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Alle Firmenkundencenter bleiben unverändert geöffnet. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, den Wirtschaftskreislauf aufrechtzuerhalten“, sagte Haspa-Chef Vogelsang dem Abendblatt. Für Privatkunden bleibe die Haspa wie gewohnt über das Onlinebanking, telefonisch, per E-Mail oder Videochat kontinuierlich erreichbar.

Sparkasse bereitet sich seit Wochen vor

Schon vor zweieinhalb Wochen hat die Sparkasse nach Angaben von Vogelsang begonnen, sich auf eine mögliche Einschränkung der Öffnungszeiten vorzubereiten. Er konnte noch keine Zahl nennen, wie viele der Beschäftigten zu Hause bleiben müssen, weil ihr Urlaubsort zum Risikogebiet erklärt wurde. Erst am heutigen Dienstag werde man das genau wissen.

Die HypoVereinsbank hatte bereits angekündigt, wegen der Corona-Krise vorübergehend 101 ihrer deutschlandweit 337 Standorte zu schließen. Auch die Commerzbank will vorsorglich „mehrere Hundert“ Filialen zunächst schließen. Vor allem die kleineren Standorte seien betroffen, hieß es vonseiten des Geldinstituts.

( v.m. )

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