Spielebranche

Zwei Millionen Euro – Senat fördert Gamesfirmen

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Melanie Wassink
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (Archivbild).

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (Archivbild).

Foto: picture alliance

Entwickler digitaler Spiele erhalten Unterstützung von der Stadt und können künftig bis zu 80.000 Euro pro Projekt erhalten.

Hamburg.  Die Stadt Hamburg fördert künftig wieder Entwickler von Computerspielen. 520.000 Euro pro Jahr erhalten Projekte oder Firmen, die neue Spiele programmieren und in den Markt bringen wollen. Die Fördergelder stellt die Stadt zunächst für die Jahre 2020 bis 2023 bereit, so dass sich eine Gesamtsumme von 2,08 Millionen Euro ergibt.

Carsten Brosda begründete die öffentliche Förderung der Branche. „Hamburg ist einer der größten Standorte für die Entwicklung und Vermarktung von Computerspielen in Deutschland“, sagte der Senator für Kultur und Medien, und weiter: „An zehn privaten und öffentlichen Ausbildungseinrichtungen werden zudem die Entwickler und Games-Fachkräfte von morgen ausgebildet.“ Mit der neuen Spieleförderung gebe die Stadt Gründern und Start-ups einen zusätzlichen Anreiz, ihre Geschäftsideen in Hamburg umzusetzen, sagte der SPD-Politiker zu den Plänen, die er am Donnerstag, wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl, im Gästehaus des Senats bekanntgab.

Bundesweit größte Spieleentwickler in Hamburg

Derzeit arbeiten in der Hansestadt mehrere Tausend Frauen und Männer in der Branche. Sieben der bundesweit zehn größten Firmen der Spieleentwicklung sitzen in Hamburg. Diese Unternehmen, wie Innogames, Bigpoint oder Goodgame zählen zu den potenziellen Empfängern der Fördergelder.

Aber vor allem Projektteams, etwa von Studierenden, die an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) gelernt haben, Computerspiele zu entwickeln, sollen von dem Geld profitieren. Sie können sich mit einer Idee für die Prototypenförderung bewerben. Wenn sie überzeugen, bekommen die Bewerber jeweils 80.000 Euro, aber auch Hilfe von erfahrenen Profis aus Hamburger Firmen etwa im Marketing oder bei rechtlichen Fragen.

„Damit wollen wir auch verhindern, dass in Hamburg ausgebildete junge Leute beispielsweise nach Berlin abwandern“, sagte Michael Zillmer, Geschäftsführer von Innogames und Sprecher des kürzlich gegründeten Branchenverbands Game Hamburg. Game Hamburg engagiert sich gemeinsam mit den regionalen Akteuren der Games-Branche und in Kooperation mit Partnern wie der gamecity:Hamburg für bessere Rahmenbedingungen für die Games-Branche vor Ort.

120.000 Euro jährlich fließen zudem an einen sogenannten Inkubator unter dem Dach der Hamburger Kreativ Gesellschaft. Auch sie unterstützt Gründer.

Wettbewerb um Fachkräfte in Gamesfirmen

Hamburg ist als Standort für die Branche zwar attraktiv, da bisher schon wichtige Firmen an der Alster erfolgreich Spiele entwickeln, etwa Farmerama, die Stämme oder Seafight. Andererseits stehen die etwa 60 Unternehmen in einem starken Wettbewerb um Fachkräfte, die in Technikberufen besonders schwer zu akquirieren sind. Die Folge: Die Firmen müssen international auf die (teure) Suche gehen nach Entwicklern und Designern und diese von der Attraktivität Hamburgs überzeugen.

„Die größte Gruppe ausländischer Fachkräfte kommt bei uns aus den USA“, sagt Zillmer über das Personal bei Innogames. Und das obgleich die Amerikaner mit Gehältern von 100.000 Dollar etwa aus Spielehochburgen wie San Francisco schon recht verwöhnt seien.

Früher hatte es bereits eine Prototypen-Förderung für die Spieleentwickler in Hamburg gegeben, das Programm war 2010 aber ausgelaufen. Firmen hatten diese Kürzung immer wieder kritisiert.

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