Kreuzfahrten

Tui Cruises holt Ole von Beust für Umweltbeirat an Bord

Hamburgs früherer Bürgermeister Ole von Beust wird künftig das Kreuzfahrtunternehmen Tui Cruises beraten.

Hamburgs früherer Bürgermeister Ole von Beust wird künftig das Kreuzfahrtunternehmen Tui Cruises beraten.

Foto: imago images / Chris Emil Janßen

Hamburger Kreuzfahrtreederei hat einen Umweltbeirat ins Leben gerufen. Vier Experten werden künftig das Unternehmen beraten.

Hamburg. Mit Hamburgs Altbürgermeister Ole von Beust hat sich bei der Kreuzfahrtreederei Tui Cruises ein Umweltbeirat konstituiert. Die vier Experten kommen aus den Bereichen Wissenschaft, Schifffahrt sowie Politik und sollen das Hamburger Unternehmen in Umwelt- und Klimaschutzfragen beraten, wie Tui Cruises am Montag mitteilte.

„Um unserer Vision einer emissionsfreien und klimaneutralen Kreuzfahrt näher zu kommen, arbeiten wir ständig daran, uns zu verbessern“, teilte Geschäftsführerin Wybcke Meier mit. Dabei solle sie das Gremium unterstützen. Neben von Beust, Mitinitiator der maritimen LNG-Plattform, einem Verein, der sich für eine deutliche Reduktion von Emissionen in der See- und Binnenschifffahrt einsetzt, sind im Gremium dabei: Tourismus-Prof. Stefan Gössling, Schifffahrtsexperte Prof. Horst Harndorf und Konsumforscherin Prof. Lucia A. Reisch.

Das sind die Umweltbeirat-Mitglieder im Überblick:

  • Prof. Dr. Stefan Gössling, Wissenschaftler und Experte im Bereich Tourismus, Verkehr, Nachhaltigkeit sowie Emission von Treibhausgasen
  • Prof. Dr.-Ing. Horst Harndorf, Schifffahrtexperte und ehemaliger Leiter des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock
  • Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Professorin für Konsumverhalten und Verbraucherpolitik und von 2010 bis 2019 Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung
  • Ole von Beust, Rechtsanwalt und ehemaliger erster Bürgermeister Hamburgs, Initiator der Maritimen LNG-Plattform.

Das Reiseverhalten wird sich ändern

Für den Tourismuswissenschaftler Prof. Bernd Schabbing von der privaten ISM-Managementhochschule (Dortmund) werden Passagiere künftig ihre Reise-Entscheidung mehr und mehr nach ökologischen Gesichtspunkten treffen. Die hierfür entstehenden Zusatzkosten könnten Reederei jedoch nicht vollständig auf ihre Kunden umlegen, teilte Schabbing ebenfalls am Montag mit.

Erst in den nächsten Jahren werde sich zeigen, ob Preisaufschläge akzeptiert werden. Die Ungewissheit bezüglich der künftigen Nachfrage, deutliche Mehrkosten für Umweltschutz sowie lange Refinanzierungszeiträume machten nachvollziehbar, dass Reedereien zögerten, ergänzte Schabbing.

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Tui Cruises will auf Plastikprodukte verzichten

Tui Cruises verfügt auf seinen Flottenschiffen über 17.800 Betten. Für 2024 und 2026 hat das Unternehmen zwei Neubauten bei der italienischen Werft Fincantieri in Auftrag gegeben, die dann mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden sollen. Durch ein seit einem Jahr laufendes „Wasteless“-Programm seien 30 Millionen Plastikartikel eingespart worden, teilte die Reederei jüngst mit.

Bis Ende 2020 will TUI Cruises auf sämtliche Plastik- und andere Einwegprodukte verzichten oder durch Alternativen aus nachwachsenden oder nachhaltigen Rohstoffen ersetzen. So seien Strohhalme aus Zuckerrohr oder Glas, Cocktailrührer aus Holz - und statt Butter in Einzelportionspackungen gebe es Butterspender.