Neue Studie

Hamburger Hafen sichert bundesweit 261.000 Arbeitsplätze

Das Containerschiff "CMA CGM Jules Verne" liegt in der Abenddämmerung am Containerterminal Burchardkai.

Das Containerschiff "CMA CGM Jules Verne" liegt in der Abenddämmerung am Containerterminal Burchardkai.

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Bundesverkehrsministerium: Von jedem Job in diesem Bereich hängen 37 weitere Beschäftigte in der Industrie ab.

Hamburg.  Laut Hafenentwicklungsplan sind bundesweit 261.000 Beschäftigte vom Hamburger Hafen abhängig. Kritiker bezweifeln diese Zahlen seit Längerem. Doch eine neue Studie des Bundesverkehrministeriums zeigt, dass die Häfen für die deutsche Wirtschaft sehr wichtig sind. Demnach ist die volkswirtschaftliche Bedeutung der See- und Binnenhäfen um ein Vielfaches höher, als es regionalwirtschaftliche Untersuchungen der Länder nahelegen.

Allein im Seegüterumschlag, in den Hafendienstleistungen und in den hafenabhängigen Transporten sind der Studie zufolge in den deutschen Häfen mehr als 176.000 Menschen beschäftigt. Hinzu kommen 1,35 Millionen Beschäftigte in der hafenabhängigen Industrie, wobei sich zeigt, dass die Summe der regionalwirtschaftlichen Effekte in den Hafenregionen geringer ist als der volkswirtschaftliche Gesamteffekt der Häfen.

Steuereinnahmen von 800 Millionen Euro

Ein im Hafen direkt Beschäftigter sichert nämlich die Arbeitsplätze von vier Personen in der hafenabhängigen Transportkette (einschließlich Speditionen und Reedereien) und von 37 Personen in der auf Importe und Exporte über Häfen angewiesenen Industrie. Damit zeigt die 165 Seiten starke Studie erstmals, wie sehr die Bedeutung der Häfen auf das gesamte Bundesgebiet ausstrahlt.

Darüber hinaus werden durch die Branche Umsätze in Höhe von 62 Milliarden Euro angestoßen sowie eine Wertschöpfung von 25,6 Milliarden Euro erzielt. Wie der Senat einmal feststellte, erhält Hamburg aus seiner Hafenwirtschaft jährlich Steuereinnahmen von etwa 800 Millionen Euro. Das entspricht der Summe, die für die neue Elbvertiefung aufgewendet werden muss.

Häfen brauchen weiter Unterstützung

„Häfen sind systemrelevant für die deutsche Wirtschaft und ermöglichen die führende Position unseres Landes als Export- und Logistikweltmeister“, sagte der Präsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Frank Dreeke. Um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten benötigten die Häfen weitere Unterstützung durch die Politik beispielsweise durch weitere Investi­tionen in die Verkehrsinfrastruktur und die Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen.

An der neuen Studie des Bundesverkehrsministeriums haben fünf Forschungsinstitute mitgewirkt.