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P&R-Gruppe pleite: Auch Hamburger sind betroffen

Die P&R-Gruppe hatte Schiffscontainer als Anlageobjekte vermittelt (Symbolbild)

Die P&R-Gruppe hatte Schiffscontainer als Anlageobjekte vermittelt (Symbolbild)

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Mehr als 50.000 Anleger bundesweit betroffen. Verbraucherzentrale: „Die Anleger fürchten um ihr Geld und wollen jetzt unseren Rat.“

Hamburg.  Bei der Verbraucherzen­trale Hamburg häufen sich Anfragen von Kunden der insolventen P&R-Gruppe, die Schiffscontainer als Anlageobjekte vermittelt hat. „Die Anleger fürchten um ihr Geld und wollen jetzt unseren Rat“, sagt Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg. Betroffen sind mehr als 50.000 Anleger bundesweit. Bei einer möglichen Schadensumme von insgesamt 3,5 Milliarden Euro könnte noch die Pleite des Windkraftbetreibers Prokon übertroffen werden. Damals standen 1,4 Milliarden Euro Anlegergelder auf dem Spiel.

Containerbranche seit Jahren unter Druck

Die Container wurden an die Anleger verkauft und über eine Verwaltungsgesellschaft an Reeder weltweit vermietet. Die Anleger profitierten von den Mietzahlungen und ihnen wurde in Aussicht gestellt, dass P&R die Container am Ende der Vertragslaufzeit zurückkauft. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé will jetzt den Betrieb der P&R-Firmen weltweit fortführen, um Einnahmen zu erzielen und ein Verwertungskonzept zu erstellen. In welcher Höhe Rückflüsse an die Anleger möglich sind, hänge von der Marktentwicklung ab und sei noch nicht absehbar, so Jaffé. Die Containerbranche ist seit Jahren unter Druck, weil der Zuwachs an Containern die Nachfrage überstieg.

Ansprüche wegen Falschberatung

„Bei der Prüfung von Ansprüchen kommt es darauf an, von wem die Anlage erworben wurde“, sagt Schmitz. Möglicherweise könnten bei Banken und auch freien Vermittlern Ansprüche wegen Falschberatung geltend gemacht werden. Der auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwalt Klaus Nieding verweist darauf, dass der Insolvenzverwalter auch bereits geleistete Zahlungen der Gesellschaft an die Anleger wieder zurückfordern kann. Wichtig für die Anleger sei, wie sie ihr Eigentum an den Containern nachweisen können.